MAN Truck & Bus

TAG 7: SCHIFF AHOI –

VON OBEN!

Heute ist alles anders! Wir fahren erstmals bei wolkenverhangenem Himmel los, müssen nicht 200, nicht 300, sondern über 400 Kilometer zurücklegen und – das klingt schon fast exraterrestrisch – die Flüsse fließen auf einmal über der Straße. Glauben Sie nicht? Die Highlights! 

Konzentriert Fotografin Lara Freiburger und Videofilmer Sascha Kaliga begutachten neues Material für die Roadtrip-Website.  

Wasserstraße Der Canal du Centre in Belgien ist 20,9 Kilometer lang. An einer Stelle überqueren die Schiffe die Straße. 

07:15 Uhr

Kilometer machen!

Auf der 7. Etappe heißt unser primäres Ziel: Kilometer machen! Es wird der längste Abschnitt des Roadtrips. Erstmals seit dem Start in München sind wir wieder in südlicher Richtung unterwegs. Von der belgischen Hauptstadt Brüssel ins französische Rouen. Das pittoreske Städtchen in der Normandie kennen sie womöglich von der tapferen Jeanne d’Arc, die hier vor 591 Jahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, weil sie ihr Heimatland Frankreich von den Engländern befreien wollte. Je näher wir Rouen kommen, umso mehr freuen wir uns aufs Meer. Wir können es fast schon riechen. On y va – auf geht’s!

10:15 Uhr

„Spinn i, oder bin i scho im Himmi?“

Was ist denn hier los? Auf einmal fließt ein Fluss nicht unter, sondern über unserem Bus. Und wir befinden uns nicht in einem Tunnel. Klingt nicht von dieser Welt, ist es aber. So geschehen beim Pont-canal du Sart. Unserem Busfahrer Heinrich haben wir im Vorfeld nichts von diesem kuriosen Highlight verraten. Als er dann auf einmal in einem Kreisverkehr mit dem Bus unter einer Brücke durchfährt und ein Schiff darauf sieht, ruft der sonst eher hemdsärmelige Bajuware erschrocken: „Ja spinn i, oder bin i scho im Himmi?“ 

Die sogenannte Balkenkanalbrücke, die über einen Kreisverkehr führt, wurde zwischen 1998 und 2002 errichtet, ist 498 Meter lang und kann 80.000 Tonnen Wasser tragen. Der Bau kostete rund 248 Millionen Euro. Wir lassen Heinrich noch 22-mal im Kreis fahren, um für Foto und Video den perfekten Shot zu bekommen. Ist ja schließlich kein Wellness-Urlaub, dieser Roadtrip! Und im Himmel gibt’s so eine Karussellfahrt sicherlich auch nicht. 

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Etappe 7 Auf in die Normandie. Dort warten Erinnerungen an Jeanne d’Arc.

14:45 Uhr

Normandie pur

Wenn Sie einmal ein normannisches Paradedörfchen besuchen wollen, müssen sie nach Neufchâtel-en-Bray reisen. Die liebliche Stadt aus dem 11. Jahrhundert erfüllt fast alle französischen Klischees. Hier spielen die Dorfältesten Boule im Park, hier gibt ein kleiner Junge an der Straßenecke mit dem Akkordeon französische Chansons zum Besten, hier ist an jeder Ecke ein kleines Bistro, in dem leckerer Käse und süffiger Wein angeboten wird. Hier wird gelebt! Wenn wir doch nur ein bisschen bleiben könnten… Doch wir haben noch 45 Minuten bis Rouen vor uns, also weiter! 

Historisches Monument Die Kirche Notre-Dame in Neufchâtel-en-Bray stammt aus dem 12. Jahrhundert. Besonders interessant sind hier die Glasmalereien. 

Kontrast Inmitten der alten Häuser kommt das moderne Design des Lion’s City E besonders gut zur Geltung. 

Freilichtmuseum Ein Spaziergang durch Neufchâtel-en-Bray ist wie eine Reise in die Vergangenheit. 

16:45 Uhr

Schönes Frankreich, schöner Löwe

Mindestens genauso schön wie die Region, in der wir uns aktuell befinden, ist unser MAN Lion’s City E. Alle Experten, mit denen wir bisher sprachen, sind voll des Lobes. Die Attribute, die wir zu hören bekommen, reichen von „sportlich“ über „grazil“ bis hin zu „sexy“. An jeder Straßenecke schauen die Passanten dem Bus hinterher und recken ihre Daumen in die Höhe. 

Verantwortlich dafür, dass dieser Bus so gut ankommt, ist MAN Chefdesigner Stephan Schönherr. Sein primäres Ziel war: Jeder soll auf der Straße sehen, dass der MAN Lion’s City E ein Elektrobus ist – er soll einen klaren „Zukunfts-Look“ haben. Also wurde der Bus sehr sportlich und dynamisch gestaltet. Da Elektromobilität die Zukunft ist, sollte auch der Bus futuristisch aussehen, so Schönherr. Auch das Interieur verfolgt einen klaren Ansatz, bietet viel Platz durch vier zusätzliche Sitzplätze im Heck und wirkt sehr geräumig sowie hell. Integriertes Umgebungslicht, das sogenannte „Ambient Light“, verleiht dem Innenraum zusätzlich eine angenehme Atmosphäre. Wir fühlen uns auf alle Fälle sehr wohl in unserem rollenden Redaktionsbüro. 

Panorama Rouen liegt in Nordfrankreich am Unterlauf der Seine. Die Stadt hat rund 112.000 Einwohner. 

Zeitgeber Die „Gros-Horloge“ in Rouen hat einen Durchmesser von 2,50 Meter und ein mit 24 goldenen Sonnenstrahlen dekoriertes Ziffernblatt. 

Erinnerung Im Jahr 1431 wurde die 19-jährige Jeanne d’Arc in Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Diese Kirche trägt ihren Namen. 

18:30 Uhr

Auf den Spuren der heiligen Jeanne d’Arc

Apropos Licht: Pünktlich bei unserer Einfahrt nach Rouen scheint auch die Sonne wieder. Herrlich! Doch in der Stadt gab es auch sehr trübe Tage. Hier wurde am 30. Mai 1431 die 19-jährige Jeanne d’Arc vor einer gaffenden Menge von englischen Scharfrichtern auf den Scheiterhaufen geschleppt und verbrannt. Anschließend wurde ihre Asche in die Seine gestreut. Jedes Jahr gibt es in Rouen Gedenkfeiern für die junge Freiheitskämpferin und Nationalheldin, die auch unter dem Namen Johanna von Orléans firmiert. Sie wollte damals Frankreich von den Engländern befreien. Die Kirche sprach sie 1920 heilig.  

Den Platz dieses schaurigen Ereignisses, die Place du Vieux-Marché, schauen wir uns natürlich an, genauso wie die anderen Sehenswürdigkeiten und vielen hübschen Kirchen der Stadt. Danach geht’s – wie jeden Abend – flugs zum Betriebshof, denn der Bus hat Durst auf Strom. 417,9 Kilometer sind wir heute gefahren und haben noch 24 Prozent Batteriekapazität übrig – potz Blitz! Wir haben Durst auf ein schönes Gläschen französischen Rotwein. Und dann schnell ins Hotel, den Kopf ins Kissen betten und Batteriepacks zählen. Eins, zwei, drei, vier … 

Text   Boris Pieritz
Fotos   Lara Freiburger

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