MAN Truck & Bus

Ein gelber Lkw beim Pilottraining Holztransport bei MAN ProfiDrive®

Im Training bei MAN ProfiDrive®

15.10.2019

Der Holztransport gilt als besonders anspruchsvolle Sparte des Lkw-Fahrens. Mit einem speziellen Training richtet sich MAN ProfiDrive® nun speziell an diese Branche. Auch eingefleischte Holzfahrer können dabei noch viel lernen, wie das Pilottraining zeigte. Die Teilnehmer waren begeistert.

Holzfahrer Nikolaj beim Pilottraining Holztransport bei MAN ProfiDrive®

Für echte Profis Er ist begeistert vom Pilottraining Holztransport bei MAN ProfiDrive®: Nikolaj Mann testet mit seinem vollbeladenen Sattelzug neue Assistenzsysteme.

Mit 50 Stundenkilometern hält Nikolaj Mann auf ein autoähnliches Hindernis zu, eine schwierige Aufgabe im Kopf: Der Lkw-Fahrer darf nicht bremsen. Das soll der Emergency Brake Assist (EBA II) von MAN für ihn übernehmen. Es klappt: Kurz vor dem Aufprall hält der Laster selbstständig an. Nikolaj Mann ist begeistert. „Das ist das Beste, was du erleben kannst“, sagt er. Die Übung mit dem Bremsassistenten ist Teil des Pilottrainings Holztransport bei MAN ProfiDrive®, zu dem zehn Fahrer mit ihren voll beladenen Sattelzügen auf die Teststrecke nach München gekommen sind.

„Das ist etwas ganz Spezielles, wirklich nur für diese Branche“, beschreibt Rolf Lechner, Teamleiter des Bereichs Training bei MAN ProfiDrive®, das neue Training. Es dreht sich vor allem um Fahrsicherheit, Nutzfahrzeugtechnik und Ladungssicherung. Die Holzfahrer müssen Lechner zufolge eine „sehr komplexe Technik“ beherrschen. Denn die Holzfahrer müssen alleine im Wald und bei jedem Wetter den Kran bedienen und damit die Ladung im unwegsamen Gelände aufladen, müssen also sicher im Umgang mit dem Kran sowie der Ladungssicherung sein. Daher geht es nicht nur um die neuesten Technologien bei MAN-Fahrzeugen. Zusätzlich informiert der Kundendienstleiter der Firma Palfinger Epsilon über Sicherheit beim Bedienen des Ladekrans, und ein Kollege von ExTe spricht über die Schemel, Rungen und Ladungssicherungssysteme seines Unternehmens.

Ein Training, das es so bisher nicht gab

Der Tag beginnt mit einem gut zweistündigen Theorieteil. Dann deutet Lechner hinaus auf die 128.000 Quadratmeter große Teststrecke. „Das ist heute unser Spielplatz“, kündigt er an. Bis zum Nachmittag soll jeder Teilnehmer an den vier Praxisstationen Offroad, Sicherheitstraining, Ladungssicherung und Ladekran sein Können erweitern. „Der hohe Praxisanteil an den Trainings zeichnet uns aus“, betont Lechner. Seit 35 Jahren und mit inzwischen 140 Trainern weltweit bildet MAN ProfiDrive® Fahrer, Fahrlehrer und Sachverständige weiter. „Wir haben im Schnitt etwa 7.000 Teilnehmer im Jahr“, rechnet Lechner vor.

Das branchenspezifische Training für Holztransport entstand in Zusammenarbeit mit UPM, einem von Europas größten Papierherstellern, für den zahlreiche Transportunternehmen unterwegs sind. „Wir wollten ein Training entwickeln, das es bislang in dieser Form noch nicht gibt und die Health-and-Safety-Bemühungen von UPM ideal unterstützt“, erläutert Andreas Meggendorfer, Senior Manager Logistics & Shared Services CEWS bei UPM, und verweist auf die Besonderheiten im Holzsektor: das Fahren im unwegsamen Gelände, die Orientierung auf Forstwegen, die Ladungssicherung und das Bedienen des Krans. „Da das alles im Wald stattfindet, ist der Betroffene auf sich gestellt. Und das Ganze passiert ja bei jedem Wetter draußen“, betont Meggendorfer. Die Fahrer bräuchten herausragendes Fahrkönnen.

Holzfahren mit Passion

Auch Nikolaj Mann kennt die Widrigkeiten seines Jobs zur Genüge. Seit 14 Jahren ist er Holzfahrer. „Einmal ist mir im Wald der Kran abgebrochen“, erzählt er. „Dann bin ich umgestürzt. Die ganze Seite war blau“, sagt Mann und deutet auf seinen Oberkörper. Nichtsdestotrotz ist das Holzfahren seine Passion. „Das war schon als Kind mein Traumjob.“ Mann lebt die ganze Woche über in seinem Brummi, fährt bis zu 3.000 Kilometer weit. Sein Führerhaus hat er fast zu einer Miniaturwohnung umfunktioniert: Aus der Liege wurde mit einem eleganten Vorhang eine Schlafhöhle, das Armaturenbrett mit den penibel aufgereihten Kugelschreibern dient als Büro, und in der Beifahrertür hängt ein gefaltetes Handtuch neben Badutensilien.

Auch einem Vollblut-Holzfahrer wie Mann kann Trainer Malte Meiners noch Grundlagen näherbringen, wie Lenken und Bremsen. „Ein wesentlicher Bestandteil ist das Bewusstmachen von eingeschliffenen Verhaltensmustern“, sagt er. Außerdem übt er den Umgang mit der aktuellen Fahrzeugtechnik. „Viele haben ihren Führerschein gemacht, als es noch kein ESP, keine Stoßdämpferregulierung oder ABS gab“, erläutert Meiners und ruft zur Vollbremsung bei 50 Stundenkilometern auf. Kommen die schweren Gliederzüge anfangs noch zaghaft zum Stehen, trauen sich die Fahrer mit jedem Übungsdurchgang mehr, richtig aufs Pedal zu treten. Am Ende liegt der Bremsweg bei nur 13 Metern. Die Fahrer staunen.

Nach dem Training fährt Nikolaj Mann mit einem Strahlen im Gesicht nach Hause. „Ich bin wirklich begeistert! Ich habe so viel Neues gehört und erlebt. Das war schon eine Überraschung“, lautet sein Fazit. Auch bei UPM gilt die Pilotveranstaltung als Erfolg. Meggendorfer hat durchweg positives Feedback von den Spediteuren bekommen. MAN sei für das Training der „ideale Partner bezüglich Kompetenz und Flächenabdeckung“, sagt er. Bald soll es auch an anderen Standorten angeboten werden.

Wir wollten ein Training entwickeln, das die Health-and-Safety-Bemühungen von UPM ideal unterstützt.

Andreas Meggendorfer
Senior Manager Logistics & Shared Services CEWS bei UPM

WEITERE ARTIKEL