MAN Truck & Bus

So geht Zukunft: MAN und VW fahren vor

 

In Hamburg ist die Mobilität der Zukunft schon angekommen.
Dr. Herbert Diess, Andreas Tostmann und Gunnar Kilian haben daher an der Elbe eine Sightseeing-Tour der ganz besonderen Art gemacht. Auf dem Programm standen innovative Fahrzeuge von MAN und VW aus den Bereichen Elektrifizierung und Automatisierung, die in Hamburg schon im Einsatz sind.

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Fahrt in die Zukunft Hamburg fährt mit gutem Beispiel voran – mit VW an seiner Seite: MOIA Shuttles, WeShare für elektrisches Car-Sharing und E-Busse von MAN weisen den Kurs in eine klimaneutrale Zukunft.

Es ist ein sonniger Montagmorgen in Bergedorf im Südosten von Hamburg. Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender Volkswagen AG, Andreas Tostmann, CEO der MAN Truck & Bus SE, und Gunnar Kilian, Personalvorstand der Volkswagen AG und im Konzernvorstand zudem für den Geschäftsbereich „Truck & Bus“ verantwortlich, haben sich hier verabredet und warten darauf, dass ihre Tour beginnt. Aber warum treffen sich die Vorstände aus dem VW Konzern dafür ausgerechnet am Rande Hamburgs?

Ganz einfach: In Hamburg werden viele spannende Zukunftstechnologien aus dem VW Konzern bereits im Alltag gelebt oder erprobt. Die Hansestadt gilt als deutscher Pionier für die Mobilität der Zukunft, vor allem im ÖPNV. „Hamburg fährt klima-neutral in die Zukunft. Wir unterstützen vor Ort: mit elektrischen MAN-Bussen, MOIA Shuttles und WeShare, unserem elektrischen Car-Sharing. Vor allem E-Busse reduzieren Lärm und Emissionen in den Citys. Jeder E-Bus in Hamburg spart bis zu 80 Tonnen CO2 im Jahr und bringt den Kunden durchweg Vorteile. Etwa 750.000 Verbrenner-Busse, im Durchschnitt über 11 Jahre alt, fahren noch in der EU“, sagt Dr. Diess. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese durch elektrische Fahrzeuge zu ersetzen. In Hamburg wird bereits konsequent im Sinne von Umwelt und Kunde gedacht – eine Blaupause für weitere Städte in Europa!“ Was bisher erreicht wurde, wollen sie heute hautnah erleben.

Stark durch Synergien

Die erste Station des Trios ist das Betriebsgelände der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) in Bergedorf – an diesen Kunden lieferte MAN Ende 2019 einen der ersten beiden batteriebetriebenen MAN Lion‘s City E.
Aktuell läuft die Lieferung von 17 weiteren vollelektrischen MAN Bussen aus der im Oktober 2020 gestarteten Serienproduktion an die VHH. Die E-Flotte fährt im Rahmen eines Feldversuchs bereits täglich im Stadtverkehr und bringt die Hamburger zuverlässig von A nach B.

„Die Zukunft der urbanen Mobilität ist elektrisch. Deshalb setzen wir bei MAN für den Innenstadtverkehr voll auf batterieelektrische Fahrzeuge“, betont Tostmann, während die Gruppe gemeinsam mit VHH-Geschäftsführer Toralf Müller die VHH-Flotte mit den 480-kWh-Batterien auf den Busdächern besichtigen. Tostmann weist darauf hin, dass MAN den Lion’s City E seit Oktober 2020 in Serie produziert. „Die Nachfrage ist enorm. In verschiedenen europäischen Städten ist der innovative Stadtbus bereits täglich im Einsatz – auch in der Hansestadt bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH).“

Volkswagen Personalvorstand Gunnar Kilian, der im Konzernvorstand zudem für den Geschäftsbereich „Truck & Bus“ verantwortlich ist, ergänzt: „Als starke Marke innerhalb der TRATON Group und des VW-Konzerns profitiert MAN bei seiner konsequenten Ausrichtung auf Zukunftsfelder von Synergien im Konzernverbund, so auch bei der ausgereiften Batteriezelltechnologie für den vollelektrischen Stadtbus MAN Lion’s City E. Was sich hier erneut zeigt, ist auch Kern unserer Strategie: Gemeinsam läuft’s einfach besser!“

Das kommt gut an. Müller erklärt, warum: „Die Gestaltung eines umweltfreundlichen, ressourcenschonenden und leistungsstarken ÖPNV in der Metropolregion Hamburg ist die Kernaufgabe der VHH. Innovative Fahrzeuge sind dabei von grundlegender Bedeutung. Wir begrüßen es daher, dass die großen deutschen Nutzfahrzeughersteller wie MAN Truck & Bus nun auch mit serienreifen batteriebetriebenen Bussen auf den Markt kommen.“

Natürlich hat MAN für seine Kunden bei elektrischen Mobilitätslösungen immer zentrale Fragen wie Ladeinfrastruktur, Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Blick. Wie aufs Stichwort demonstriert Florian Leunig, Leiter Infrastruktur VHH, vor Ort einen Ladevorgang. Einfach, problemlos, schnell: In weniger als drei Stunden werden die Busse im Depot in Bergedorf geladen.

Zu Besuch im Hafen

Grau ist alle Theorie. Aber Dr. Diess, Tostmann und Kilian sind eigentlich nach Hamburg gekommen, um die Zukunft in Aktion zu erleben. Aus diesem Grund steigen die drei nun in einen MAN Lion‘s City E, um damit zur nächsten Station ihrer Innovationen-Tour zu gelangen. Es geht rund 30 Kilometer weiter westlich an den Hafen, zum Container Terminal Altenwerder (CTA). Kein Problem für den E-Bus: Er schafft bis zu 270 Kilometer, bis er wieder an den Strom muss. „Mit der nächsten Batteriegeneration wollen wir die Reichweite der Elektrobusse deutlich steigern“, merkt Kilian an. „Bis 2025 sollen sie bis zu 400 Kilometer schaffen, auch dank der Synergien im Konzern.“ Die Herren sind nach der Stadtroute im Lion`s City E sichtlich zufrieden. „Was mich begeistert hat?“, fragt Tostmann. „Wie leise und komfortabel der Bus ist, dabei antrittsstark und sehr leicht zu fahren. Nächster Halt: Zukunft.“

Nach dem Sicherheits-Check-in an einem der weltweit modernsten Containerterminals mit seiner 1.400 Meter langen Kaimauer und betrieben von der Hamburg Hafen und Logistik AG (HHLA) stoßen HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath und CTA-Geschäftsführer Oliver Dux zur Gruppe. Alle erhalten Schutzweste und -helm. Ohne diese Ausrüstung bliebe ihnen der Zutritt verwehrt, denn hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt: Jährlich werden im Hamburger Hafen Millionen von Containern umgeschlagen, wie Titzrath und Dux in ihrer Begrüßung erklären.

MAN ist seit 2018 häufiger hier vor Ort. Damals hieß es „Leinen los“ für das Forschungs- und Erprobungsprojekt „Hamburg TruckPilot“, ein wichtiger Meilenstein auf der Automatisierungs-Roadmap von MAN bei der Entwicklung von Hub-to-Hub-Anwendungen und gleichzeitig ein Teilprojekt aus der Mobilitätspartnerschaft der Volkswagen AG und der Stadt Hamburg. Das Ziel: Zwei Prototypen-Trucks mit elektronischen Automatisierungssystemen sollen künftig innerhalb des CTA-Geländes autonom die Ent- und Beladung abwickeln – ganz ohne Fahrer.

0 km

schaftt der Bus, bis er wieder an den Strom muss


 

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sollen bis 2025 erreicht werden - dank der neuen Batteriegeneration


 

Mittlerweile ist die Vorbereitungs- und Testphase abgeschlossen. Seit September 2020 befindet sich das Projekt in der technischen Implementierung auf dem CTA. Voraussichtlich im Mai 2021 finden die eigentlichen Testfahrten statt, zum ITS-Weltkongress in Hamburg im Oktober soll das Projekt präsentiert werden. Doch zurück in die Gegenwart: Der E-Bus bringt die Besucher nun zum Lagerblock, wo sie die Lösung im Einsatz erleben wollen, und kommt direkt neben den MAN Prototypen zum Halten, die im bald anstehenden Praxistest mit Containern des Logistikpartners Weets beladen sein werden.

Eine besondere Premiere

Die Spannung steigt, denn auf die Besucher wartet eine exklusive Vorführung: Es ist eine der ersten Fahrten überhaupt, auf der der automatisierte Lkw eigenständig im Lagerblock rangieren soll. Ein Sicherheitsfahrer sitzt zwar aus rechtlichen Gründen auf dem Fahrerplatz, doch weder führen seine Hände das Lenkrad, noch berührt sein Fuß das Gaspedal. Dr. Herbert Diess will die Demonstration so nah wie möglich erleben und steigt auf der Beifahrerseite ein. Die Tür fällt satt ins Schloss und der Truck setzt sich in Bewegung.

Alles funktioniert reibungslos: Der Lkw fährt selbstständig bis zur richtigen Gasse, setzt dann automatisch zurück und kommt in der richtigen Position zum Stehen, in der im späteren Projektverlauf der Container automatisiert abgeladen wird. Danach fährt der Lkw wieder autonom an und kehrt zur Besuchergruppe zurück. Beeindruckend!

Allmählich neigt sich die Sightseeing-Tour dem Ende zu. Eine Fahrt durch die Speicherstadt mit einem MOIA-Shuttle – dem Ridesharing-Service von VW in Hamburg und Hannover – darf zum Abschluss nicht fehlen – auch wenn der Service aktuell aufgrund der Corona-Pandemie für den öffentlichen Betrieb an der Elbe nicht zur Verfügung steht. Dr. Carsten Intra ist als Vorstandsvorsitzender von VW Nutzfahrzeuge für MOIA verantwortlich und ebenfalls mit eingestiegen. Sichtlich stolz präsentiert der ehemalige MAN-Vorstand für Produktion & Logistik „seine“ Innovation. Am Ende des Tages sind sich alle einig: Den Titel „Tor zur Welt“ mag Hamburg schon lange tragen, „Tor zur Zukunft“ verdient sich die Stadt derzeit aber Hand in Hand mit dem VW Konzern als zweiten Titel dazu.

Text   Susanne Löw
Fotos   Thies Rätzke, Wolfgang Köhler, Christian Bruch

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