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Beruflicher Neuanfang: Von Forscherin und Apothekerin zur IT

 

Beatriz war Forscherin in einem neurowissenschaftlichen Labor, Carolina arbeitete lange als Apothekerin. Heute sind beide Softwareentwicklerinnen im MAN Digital Hub in Lissabon. Ein Interview über Umwege in Lebensläufen, Frauen in der IT und die Chancen radikaler beruflicher Veränderungen.

Carolina, du hast acht Jahre lang als Apothekerin gearbeitet. Warum hast du die Apotheke für die IT verlassen?

CAROLINA: Es gab einen Punkt in meinem Beruf als Apothekerin, an dem ich mich irgendwie festgefahren fühlte: Da jeder Tag so ziemlich gleich war, hatte ich kaum Aussicht auf Entwicklung. Mein Berufswechsel in die IT war jedoch keine Entscheidung, die ich über Nacht getroffen habe. Ich habe rund zwei Jahre damit verbracht, herauszufinden, ob IT etwas ist, das ich mir vorstellen kann, für den Rest meines Lebens zu tun.

Beatriz, du warst während deines Masters wissenschaftliche Mitarbeiterin und hast dich mit neuropsychiatrischen Störungen im Gehirn beschäftigt. Jetzt arbeitest du im MAN Digital Hub. Warum?

BEATRIZ: Die IT-Kurse haben mir schon während meines Studiums gut gefallen, und obwohl ich mein Studium der Neurowissenschaften und neuropsychiatrischen Störungen sehr mochte, so sind die Arbeitsbedingungen für Forschende in Portugal nicht besonders gut. Ich habe dann einen Postgraduiertenkurs in IT belegt, ein sechsmonatiges Intensivprogramm, das sich an Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger richtet. Danach bekam ich eine Stelle im Bereich IT-Integration in einem Beratungsunternehmen und arbeitete dort einige Jahre lang, bevor ich im Juni 2022 zum Digital Hub kam.

Carolina, wie hast du die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben?

CAROLINA: Ich habe ein viermonatiges Bootcamp besucht! Ohne jegliches Hintergrundwissen in IT oder im Ingenieurwesen hat das Programm mich rund um die Uhr beschäftigt. Danach habe ich in einem Beratungsunternehmen angefangen und bin dann vor etwa eineinhalb Jahren zu MAN gekommen.

Von der Apotheke zur IT


Womit hattest du bei dieser beruflichen Veränderung zu kämpfen?

CAROLINA: Zu Beginn des Bootcamps lernten wir eine Menge Konzepte in einem hohen Tempo. Ich musste auch meinen Lernstil anpassen, da er sich sehr von dem unterschied, wie ich in der Vergangenheit gelernt habe. Es war hilfreich, Leute in der Gruppe zu haben, die sich in der gleichen Situation befanden. Sie hatten mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wir haben uns gegenseitig sehr geholfen. An einem bestimmten Punkt machte es „Klick“ und ich begann, die Prozesse zu verstehen.

Beatriz, wie hast du deine Schwierigkeiten während deines Berufswechsels überwunden?

BEATRIZ: Als ich in der Beratungsfirma anfing, kämpfte ich mit der Tatsache, dass mein Wissen und auch meine Lernkurve so unterschiedlich zu den Erfahrungen der Kollegen waren, die IT studiert hatten. Ich habe versucht, das zu überwinden, indem ich mich einfach mehr angestrengt habe – und einen Online-Kurs belegt habe. Meine Kollegen waren sehr hilfsbereit: Sie teilten ihr Wissen mit mir, erklärten mir viel und haben akzeptiert, dass ich einen anderen Hintergrund habe als sie.

Wie hast du von deiner Entscheidung profitiert – abgesehen von deinen neuen Möglichkeiten in der IT?

CAROLINA: Jede Veränderung gibt uns die Fähigkeit, uns anzupassen. Dies braucht man unabhängig vom Beruf. Ich habe auch gelernt, dass alles möglich ist, wenn man sich die nötige Mühe gibt. Zuerst denkt man vielleicht, dass man das Problem nicht lösen kann. Aber wenn man es aus einer anderen Perspektive betrachtet oder tiefer gräbt und versucht, es mithilfe von erfahreneren Kolleginnen und Kollegen zu verstehen, dann kommt man Schritt für Schritt voran und findet eine Lösung.

Vom Labor zur IT


Von der Forscherin zur Softwareentwicklerin: Welche Perspektiven und Erfahrungen aus deinem früheren Beruf bringst du in deine jetzige Tätigkeit ein?

BEATRIZ: Als ich im Forschungslabor gearbeitet habe, haben wir an vielen Veranstaltungen teilgenommen, um unsere Erkenntnisse zu präsentieren und mitzuteilen. Ich habe viel über Kommunikation und Zusammenarbeit in einem Team gelernt – diese Art von Skills sind sehr wichtig.

Und wie hilft dir dein Hintergrund als Apothekerin, Carolina?

CAROLINA: Durch den Kundenkontakt in der Apotheke und durch den Umgang mit Beschwerden habe ich gelernt, geduldig zu sein und zuerst zuzuhören und dann meine Antwort entsprechend zu gestalten. Ich habe auch gelernt, wie ich mein Wissen und meine Ideen so vermitteln kann, dass mein Gegenüber sie verstehen kann.

Wenn du zurückblickst, wie denkst du jetzt über deine berufliche Veränderung?

CAROLINA: Es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Selbst in den anstrengenden Zeiten am Anfang, in denen ich zu kämpfen hatte, habe ich diese Entscheidung nie bereut. Es macht mich sehr stolz, insbesondere als Frau Teil des IT-Bereichs zu sein und Teil in einer sich ständig verändernden Welt.

BEATRIZ: Ich bin auch sehr froh, dass ich es gemacht habe und habe es nie bereut. Ich sehe die Auswirkungen unserer Arbeit, zum Beispiel bei der Digitalisierung. Das Gefühl, wirklich wichtige Dinge zu tun, macht mir Freude.

Welchen Rat würdest du Menschen geben, die ebenfalls über eine berufliche Veränderung nachdenken?

CAROLINA: Es ist aktuell trendig, in der IT zu arbeiten, aber man muss wirklich schauen, ob es für einen spannend ist und ob man sich vorstellen kann, für den Rest seines Lebens in diesem Bereich zu arbeiten. Da man sich reinhängen muss, muss man zumindest am Anfang hundertprozentig dabei sein. Aber wenn man bereit ist, hart zu arbeiten, ist alles möglich.

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Faces of Diversity“

Hier stellen wir das Leben und den Werdegang einiger unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus aller Welt vor. Diese Geschichten regen uns zum Nachdenken an, inspirieren uns und zeigen, wie Vielfalt und eine offene Einstellung unseren Erfolg als Unternehmen vorantreiben.

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