MAN Truck & Bus

Frau blickt in die Kamera

Die Zukunftsmacher

Lesedauer [5 Min]

Flexible Prozesse, innovative Lösungen, moderne Technologien – der digitale Wandel verändert den Arbeitsalltag schnell und nachhaltig. Vier Mitarbeiter bei MAN wagen das Neue – und berichten, wie sie sich und das Unternehmen fit für die Zukunft machen.

Wesentlich ist für uns, die Bedürfnisse des Kunden in den Fokus zu stellen. 

Dr. Sandra Reich

Sandra Reich ist Chief Digital Officer bei der MAN Truck & Bus Deutschland GmbH und forciert mit Kollegen neue, digitale Mobilitätslösungen.

„In meinem Beruf ist für mich die Zukunft schon die Gegenwart. Früher waren wir sehr technisch orientiert. Aber es ist nicht mehr zeitgemäß, sich aus dem Konzern heraus Konzepte zu überlegen, die dem Kunden künftig nutzen könnten. Ich halte dies für extrem wichtig, Schlüsselkunden so früh wie möglich mit einzubeziehen. Wir bei MAN besitzen die Kompetenz am Fahrzeug, unsere Kunden in ihren spezifischen Einsatzgebieten, wie im Baustellenbereich oder im Fernverkehr. Wenn wir das zusammenlegen und uns gemeinsam überlegen: Wie können Produkte und Dienstleistungen der Zukunft aussehen, dann werden wir gemeinsam Lösungen finden und so Wettbewerbsvorteile schaffen.

Wesentlich ist für uns, die Bedürfnisse des Kunden in den Fokus zu stellen. In diversen Projekten werden vor Ort Interviews geführt und Prozesse beobachtet. Dabei interessiert uns in erster Linie: Was ist das Problem des Kunden. Und wie können wir eine Lösung dafür generieren?

Ein kleines, aber gutes Beispiel ist unsere App im Gebrauchtwagenbereich. Da können Kollegen in der Außenorganisation Produktvideos vom Fahrzeug machen und über eine Plattform an die Kunden versenden. Von Fotos allein bekommen Kunden ja kein gutes Bild vom Fahrzeug, daher haben wir diese App geschaffen. Wir nutzen moderne Möglichkeiten und schaffen die größtmögliche Transparenz, um einen guten Einblick zu bieten und eben auch Kundenbeziehungen zu verbessern.

Wenn ich gefragt werde, wie wir den digitalen Wandel meistern können, dann ist auch das richtige Mindset für mich eine wichtige Voraussetzung. Wir können viel von unseren jungen Talenten oder auch von Start-ups lernen. Sie gehen zum Teil viel unbefangener an Themen heran, legen einfach los. Den Gedanken: Wir testen das jetzt ein paar Tage und wenn es keinen Mehrwert liefert, nehmen wir die nächste Idee, ist sinnvoll. Im Konzern gibt es oft noch eine zu hohe Barriere. Wenn eine Idee nicht funktioniert, sagen wir, wir sind gescheitert. Ich halte es aber für sinnvoller, davon wegzukommen und zu sagen: Wenn es nicht funktioniert, probieren wir die nächste Idee." Denn das frühzeitige Erkennen, was an der Lösung geändert werden muss, ist immens wichtig.

Digitale Pionierin Die Mobilität von morgen, der smarte Einsatz von Nutzfahrzeugen und innovatives Denken sind die Mission von Dr. Sandra Reich.  

 

 

Mann mit VR-Brille auf dem Kopf

Boris Koller

IT-Spezialist Boris Koller etabliert Virtual und Augmented Reality im Design-Bereich.

„Am meisten fasziniert mich, dass ich bei der Entwicklung moderner Technologie ganz nah dran bin. Da ist eine ungeheure Dynamik. Es kommen sehr schnell neue Produkte auf den Markt, die uns wirklich weiterbringen. Im letzten Jahr haben wir beispielsweise eine Lösung mit Virtual-Reality-Brillen entwickelt. Seither können sich Kollegen in München mit Kollegen bei Scania in Stockholm in einer virtuellen Konferenz beraten. Sie sehen sich als Avatare und schauen gemeinsam auf ein virtuelles Design. In einem zweiten Anwendungsfall werden Augmented-Reality-Brillen eingesetzt. Wenn am Standort in Polen jemand ein Verbauproblem löst, kann ihm ein Experte in München am Monitor über die Schulter schauen und genau sehen, wo der Kollegen draufschaut. Standortübergreifende Arbeit ist mit AR- und VR-Technologie in Echtzeit möglich. Der Vorteil daran ist, dass die Technologie es ermöglicht, stets die echte Größe der Modelle wahrzunehmen, was hingegen am Desktop-Monitor durch Raus- und Reinzoomen verfälscht werden kann. Sie betrachten die realistische Größe.

Virtuelle Prototypen sparen nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. Denn physische Modelle aus Holz oder Ton, die im klassischen Prozess genutzt werden, können so teilweise eingespart werden.Außerdem ist der virtuelle Datenstand viel aktueller, Tonmodelle basieren meist auf sechs bis acht Wochen alten Datenständen. Ich erlebe eine hohe Akzeptanz und eine große Begeisterung bei Kollegen. Das ist ein gutes Zeichen.“

Christoph Herr

Leiter für Strategie und Produktmanagement bei MAN weist dem Unternehmen den richtigen Weg in die Mobilität der Zukunft. 

„Alternative Antriebe werden künftig große Teile unseres Geschäfts verändern. Was langsam beginnt, wird sich in den nächsten Jahren rasant entwickeln. Ich rechne damit, dass autonomes Fahren langfristig den größten Umbruch bringen wird, wenn es darum geht, wie Nutzfahrzeuge gehandelt und betrieben werden. Vor 2030 sind autonom fahrende Lkw auf den Straßen noch nicht zu erwarten, dazu ist die Verkehrssituation zu komplex. Aber der Hub-to-Hub-Verkehr auf definierten Strecken oder in abgegrenzten Bereichen wie Minen oder Terminals wird sich früher automatisieren. Wir werden sehen, wie der Verkehr zwischen Warenhäusern, erstmals entlang von Autobahnen, Schritt für Schritt autonom wird.

Oft werde ich gefragt, ob E-Mobilität, Hybrid oder Gas zu den Antrieben der Zukunft zählen. Ich bin davon überzeugt, dass uns in naher Zukunft ein Mix aus Antrieben begleiten wird. Auch Diesel zählt noch eine lange Zeit dazu. In einigen Jahren werden wir aber den Siegeszug der batterieelektrischen Mobilität sehen. Bei Bussen, bei Verteilerfahrzeugen, wie wir sie ja mit dem eTGE, dem eTGM und schon sehr bald, mit dem Elektrobus MAN Lion's City E auf der Straße haben. Solche Erfolge werden sich später auch in anderen Segmenten fortsetzen.
Zum Einen hilft uns unsere Stärke in den leichten Fahrzeugklassen bei der Elektromobilität. Wir können früh Erfahrung sammeln, etwa mit dem eTGE und dem eTGM. Das freut unsere Kunden, die von und schon jetzt oder in den nächsten Jahren mit ersten e-Fahrzeugen ausgestattet werden können. Da schauen andere Hersteller neidisch.
Wir haben es in den letzten 150 Jahren geschafft, uns immer wieder neu zu erfinden. Das macht mich zuversichtlich, dass wir es auch diesmal schaffen. Wenn wir die Veränderungen aktiv angehen, werden wir den Wandel schaffen. Da kann jeder seinen Beitrag leisten.“

Mann mit verschränkten Armen schaut weg
Frau sitzt auf einer Leiter vor einem Bus

Katherina Wiest

Nutzfahrzeugtechnikerin Katherina Wiest von MAN Österreich erlebt den Wandel zur E-Mobilität hautnah.

„Für mich ist Elektromobilität die Zukunft. Wir haben immer mehr E-Maschinen im Einsatz, neue Busse besitzen strombetriebene Startergeneratoren, die einen Start-Stop ermöglichen. Das spart an Ampeln viel Energie und Emission. Die Leistung der neuen Fahrzeuge ist beeindruckend, aber sie basieren auf einer neuen Technologie und die muss ich von Grund auf neu lernen. Vor kurzem habe ich in der Firma meine zusätzliche Ausbildung zur Hochvolttechnikerin gemacht. Einige E-Fahrzeuge besitzen eine Hochspannung bis zu 1000 Volt. Wenn man da nicht weiß, wie man damit umgeht, dann kann man sich schon einen ordentlichen Stromschlag einfangen. Zum Vergleich: Ein E-Herd hat 100 Volt. Sicherheit ist für mich ein wichtiger Aspekt. Ich muss das Fahrzeug absperren und sichern. Ich darf es nur mach bestimmten Sicherheitsregeln freischalten, muss den Spannungsverbleib prüfen. Solange ich das nicht gemacht habe, fasse ich nichts an.

Genau das liebe ich. Dass es immer etwas Neues gibt, dass wir so viele Fortbildungen haben. Und natürlich ist das Thema Umweltschutz für mich ganz wichtig. Mit unseren Elektrofahrzeugen können wir dazu beitragen. Außerdem wird Stadtverkehr leiser. Ich denke im Bereich E-Mobilität hält MAN gut mit.“

Text Ina Brzoska / Rebecca Lorenz
Fotos Roman Pawlowski

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