MAN Truck & Bus

Portrait von Andreas Griem, der mit verschränkten Armen vor einem gelben MAN Truck steht.

MAN ProfiDrive GEHT AUF JEDEN FAHRER INDIVIDUELL EIN

MAN ProfiDrive feiert 40-jähriges Bestehen. Keiner kennt die Geschichte des Fahrtrainings von MAN so gut wie Andreas Griem. Im Interview erzählt der langjährige MAN ProfiDrive Trainer davon, warum er großen Respekt vor der Leistung der Berufskraftfahrer hat und warum es bei MAN ProfiDrive so persönlich und menschlich zugeht.

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Andreas Griem

Noch keine 40 Jahre, aber immerhin schon seit 1991 ist Andreas Griem Trainer bei MAN ProfiDrive. Er bildet auf der ganzen Welt Fahrer und Fahrtrainer in allen Nutzfahrzeuganwendungen aus. In zwei Jahren will Andreas Griem sich in den Ruhestand verabschieden. Dann wird er Traktor fahren anstatt Lkw und seinen kleinen Bauernhof mit Pferde- und Hundezucht in Ostfriesland bewirtschaften.

Andreas, du schulst Lkw-Fahrer, Bus-Fahrer und Fahrtrainer seit mehr als 30 Jahren im Umgang mit den Feinheiten der Nutzfahrzeuge von MAN. Was hat sich dabei im Laufe der Jahrzehnte verändert?

Griem Früher ging es bei unseren Schulungen vor allem um das Schalten und Fahren im richtigen Drehzahlbereich, um Lastwagen und Busse möglichst wirtschaftlich und fahrzeugschonend zu nutzen. Heutzutage nähert sich die Aufgabe des Fahrers immer mehr der Rolle des Piloten im Cockpit an. Seit der Einführung der Lkw-Baureihe  MAN TGA vor mehr als 20 Jahren hielten mehr und mehr Sicherheits- und Assistenzsysteme und Telematikdienste zur Flottensteuerung in die Nutzfahrzeuge von MAN Einzug. Fahrer, die mit den Trucks und Bussen gutes Geld erwirtschaften und zugleich sicher und umweltfreundlich unterwegs sein sollen, brauchen eine gründliche Einweisung, um die innovativen Technologien optimal ausnutzen, überwachen und jederzeit eingreifen zu können.

Auch außerhalb des Fahrzeugs sind immer mehr Wissensgebiete hinzugekommen…

Griem Richtig, heutzutage müssen sich Lkw-Fahrer beispielsweise auch in Themen wie der Ladungssicherung, Umwelt, Sozialvorschriften und Kriminalität im Transportwesen auskennen. In Deutschland und Europa sind gewerbliche Fahrer von Lastwagen und Bussen verpflichtet, alle fünf Jahre eine 35-stündige Weiterbildung zu absolvieren und sich in den Führerschein eintragen zu lassen. Unser Training behandelt alle Themen, die für Fahrer, Fuhrparkmanager und Unternehmer in Transportwesen und Personenbeförderung relevant sind.

Du bist für MAN ProfiDrive schon um die ganze Welt gereist. In welchen Ländern hat das Fahren mit den Trucks und Bussen von MAN besonderen Eindruck auf dich gemacht?

Griem Besonders spannend ist es, wenn wir ganz neue Fahrzeugmodelle von MAN zu den großen Events überführen, bei denen sie der internationalen Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dann schwingen am Steuer Stolz und große Emotionen mit. Solche Fahrten kosten uns auch viele Nerven, denn natürlich sollen die Fahrzeuge ohne eine einzige Schramme bei ihrer Weltpremiere ankommen. Ich war dabei, als der Reisebus MAN Lion's Star 1992 in Andalusien präsentiert wurde, als der MAN TGA im Jahr 2000 in Sardinien seine Premiere feierte und zuletzt beim Launch der neuen MAN Truck Generation im spanischen Bilbao im Februar 2020. Das waren sehr bewegende Erlebnisse. Auch ein Schwertransport in Südamerika durch die Anden im Rahmen einer Einweisung auf unsere Schwerlastzugmaschine ist mir wegen der spektakulären Fahrt durch die atemberaubende Landschaft tief im Gedächtnis geblieben.

Welche weiteren besonders emotionalen Momente hast du in deinem Job erlebt?

Griem Besonders toll sind die vielen menschlichen Begegnungen. Im Jahr 2016 bin ich mit einem jungen Mann, der schwerbehindert ist, einen Tag lang in einem MAN TGX XXL durch Schwaben gefahren. Es war sein größter Traum, einmal in einem Truck mitzufahren, und MAN war damals der einzige Hersteller, der auf seine Anfrage eingegangen ist. Seinen Traum wahr zu machen, war für mich ein wundervolles Erlebnis. Eine weitere bleibende Erinnerung: Wir von MAN ProfDrive verteilten Lunchpakete an Lkw-Fahrer, als sie im Corona-Lockdown die Versorgung mit wichtigen Gütern am Laufen hielten. Für uns war dies eine Möglichkeit, etwas Positives für die Gesellschaft zu tun, und die Dankbarkeit der Fahrer war eine großartige Belohnung für unsere Aktion.

Bei Lkw-Fahrern, Bus-Fahrern und Transportunternehmern kommen die MAN ProfiDrive-Trainings sehr gut an. Was ist aus deiner Sicht der Schlüssel dieses Erfolges?

Griem Unsere Schulungen sind sehr praxisbezogen und persönlich. Keiner kennt die Fahrzeuge von MAN so gut wie wir. Trotzdem wollen wir nie belehren, sondern haben großen Respekt vor der Leistung der Fahrer, die in ihrem Job viel mehr Kilometer fahren als wir Trainer. Wir sprechen mit ihnen auf Augenhöhe, menschlich und unverkrampft. Wir gehen ganz individuell auf jeden Fahrer und dessen Stärken und Schwächen ein, entweder in der Fahrerkabine oder per Connected CoDriver mithilfe der Fahrzeugtelematik. Nicht zuletzt zahlen sich diese Schulungen auch aus unternehmerischer Sicht aus. Denn Fahrer, die mit uns trainiert haben, erreichen danach bis zu zehn Prozent Kraftstoffeinsparung.  Das bedeutet für die Transport- und Verkehrsunternehmen bares Geld.

Die Fahrzeugtechnologien entwickeln sich fortwährend weiter – auch in Zukunft. Welche Herausforderungen für die Fahrer und welche neuen Themen für MAN ProfiDrive ergeben sich daraus?

Griem Zurzeit werden bei uns Schulungen für Elektrofahrzeuge immer mehr nachgefragt. Denn die Elektromobilität erfordert nicht nur Kenntnisse über den sicheren Umgang mit Hochvolttechnologie, sondern verändert auch die Fahraufgabe deutlich. Während bei Dieselmotoren das Bremsen durch eine flüssige und vorausschauende Fahrweise möglichst vermieden wird, um Kraftstoff zu sparen, gilt nun eine andere (weitere) Regel: Das Verzögern mit dem Fahrpedal ist ein Muss, um durch die Rekuperation Energie zurückzugewinnen. Ein weiteres wichtiges Zukunftsfeld ist das automatisierte Fahren. Der wachsende Leistungsumfang der Assistenzsysteme, die den Fahrer unterstützen, bewegt sich mehr und mehr in Richtung des selbstfahrenden Lkw. Wir von MAN ProfiDrive geben unseren Input zur Entwicklung dieser Technologien. Aus gutem Grund heißt unser Markenversprechen: We train the Future.

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We train the Future MAN ProfiDrive Coach Andreas Griem führt vor, wie sich das Fahren mit einem historischen F08 von dem mit einem modernen MAN TGX unterscheidet.  

Interview   Felix Enzian
Fotos   Beat Schwiersch (Video), Alexander Dietrich (Fotos)

#ProfiDrive#Geschichte#Lkw
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