MAN Truck & Bus

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MAN stellt Menschenrechte in den Fokus


Als zentralen Teil seiner Nachhaltigkeitsstrategie setzt sich MAN in allen Unternehmensbereichen für die Einhaltung und den Schutz der Menschenrechte ein. Neben bereits bestehenden Aktivitäten sind weitere Maßnahmen für die kommenden Monate geplant, etwa die Veröffentlichung einer Grundsatzerklärung zu Menschenrechten.

Die große Verantwortung, die Unternehmen für die Menschenrechte entlang ihrer Liefer- und Wertschöpfungsketten tragen, ist bei MAN schon lange Thema. Diese Sorgfaltspflicht gilt für die eigenen Mitarbeiter ebenso wie für die Beschäftigten bei Zulieferern. Die Regeln für das Miteinander am Arbeitsplatz hat MAN im Code of Conduct festgelegt, der sich unter anderem gegen Diskriminierung, gegen alle Formen der Kinder- oder Zwangsarbeit sowie gegen Menschenhandel ausspricht. Zudem hat MAN in seinem Code of Conduct für Lieferanten und Business Partner eben jene zur Einhaltung von Mindeststandards verpflichtet.  

COMMITMENT ZU MENSCHENRECHTEN

Für Anfang 2022 ist zudem die Veröffentlichung einer Grundsatzerklärung zum Thema Business & Human Rights (BHR) geplant. „Dieses BHR-Commitment trägt die für uns geltenden Grundsätze zusammen und hebt die Bedeutung des Schutzes der Menschenrechte für MAN noch einmal explizit hervor“, sagt Andreas Ansel, Chief Compliance Officer und Head of Governance, Risk and Compliance (GRC). Parallel dazu bauen Ansel und sein Team in Abstimmung mit TRATON sowie den weiteren TRATON-Marken ein BHR Compliance Management System auf. Ziel ist es, die unternehmensweiten Anstrengungen zum Schutz der Menschenrechte stärker zu vernetzen. „Die bisherige Aufgabenverteilung wird dadurch nicht berührt. Für Nachhaltigkeitsthemen von Lieferanten wird weiterhin die Beschaffung verantwortlich sein, und für Fragen zu Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen die Personalabteilung“, erklärt der Head of GRC. „Das Compliance Management System spannt vielmehr einen Schirm über alle Aktivitäten und stärkt die Kommunikation der Fachbereiche untereinander. Damit haben wir 2021 schon begonnen und werden den Austausch 2022 intensivieren. Neben dieser koordinierenden Rolle wird der Compliance-Bereich aber auch Maßnahmen in eigener Verantwortung entwickeln und implementieren, zum Beispiel  Schulungen für die Mitarbeiter oder die Durchführung einer Risikoanalyse.“

Akzeptanz für S-Rating ist gewachsen

Sein ganzes Gewicht als global agierendes Unternehmen kann MAN im Bereich Beschaffung für die Menschenrechte in die Waagschale werfen. Hier spielt das im November 2019 gestartete Sustainability Rating (S-Rating) eine entscheidende Rolle. Das S-Rating bewertet Lieferanten, darunter fallen auch Zulieferer, Dienstleister und weitere Provider, in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit, sowohl im Bereich Compliance als auch im Bereich Environment/Social. Unternehmen, die Aufträge im Umfang von mehr als 50.000 Euro von MAN und den weiteren TRATON-Marken erhalten, benötigen ein positives S-Rating.

Aktuell erfüllen über 2.000 Lieferanten dieses Kriterium – dieser Fortschritt wurde durch die Unterstützung des Nachhaltigkeitsteams der Beschaffung erreicht. „Die engagierten Qualifizierungsoffensiven des Teams und der intensive Austausch mit den Lieferanten haben dazu beigetragen, unsere Partnerfirmen für das Thema zu sensibilisieren“, sagt Thomas Wimmer, Head of Risk-Management & Purchasing Sustainability.

Das Nachhaltigkeitsteam in der Beschaffung steht dabei immer wieder vor der Herausforderung, das Risiko von Versorgungsproblemen durch negative S-Ratings abzuwenden. „Bisher ist uns das gelungen, indem wir mit den betreffenden Lieferanten ins Gespräch gegangen sind und sie intensiv geschult haben. Einigen haben wir beispielsweise zu den Grundlagen eines Code of Conduct Hilfestellung gegeben“, berichtet Thomas Pfister, Corporate Social Responsibility Manager bei MAN Truck & Bus.

Besonderes Engagement bei Risikorohstoffen

Zur Stärkung von Nachhaltigkeit und Menschenrechten in den eigenen Lieferketten legt MAN, im Verbund mit dem VW-Konzern, einen weiteren Fokus auf die Beschaffung von Rohstoffen. Seine markenübergreifenden Aktivitäten hat VW in einer Arbeitsgruppe für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung gebündelt, in deren Zentrum insgesamt 16 Risikorohstoffe stehen.

MAN hat hier kürzlich die Konzernverantwortung für die Aktivitäten zum Rohstoff Kupfer übernommen. Schon länger hält es den Konzern-Lead für Naturkautschuk gemeinsam mit der Marke Volkswagen. Hier haben sich neue Entwicklungen ergeben: Seit Mitte 2021 vertreten beide Marken den gesamten VW-Konzern in der Brancheninitiative Global Plattform for Sustainable Natural Rubber (GPSNR). „Wir entwickeln innerhalb der GPSNR u.a. einen Reporting Standard, bezogen auf das Risikomanagement der Naturkautschuk-Lieferketten, zu dem sich alle Mitglieder verpflichten. Entscheidend sind neben nachhaltiger Forstwirtschaft u.a. auch das Bekenntnis zu Menschenrechten und Antikorruption“, erklärt Thomas Pfister.

Innerhalb der GPSNR ist MAN außerdem der Arbeitsgruppe „Shared Responsibility“ beigetreten. Ziel ist es, nachhaltige und menschenrechtskonforme Standards für die Lieferkette festzulegen und den Aufwand für Nachhaltigkeit gerecht auf alle Beteiligten zu verteilen. „Die Arbeit und die Kosten, die transparente Lieferketten erfordern, sollen nicht an den Kleinbauern hängenbleiben“, sagt Thomas Pfister. „Wir wollen mit gemeinsamen Mitteln Projekte vorantreiben, die Nachhaltigkeit und Menschenrechte stärken.“

Menschenrechtsverstöße sind ein Dealbreaker

Auf Menschenrechtsverstöße hat MAN zuletzt in Myanmar und Afghanistan reagiert. Alle Verkaufsaktivitäten in die betreffenden Länder wurden bis auf weiteres eingestellt. „Zudem haben wir unsere Vertragspartner aufgefordert, dasselbe zu tun“, sagt Andreas Ansel. „Es wurde eine zusätzliche Vertragsklausel vereinbart, wonach Verkaufsaktivitäten an die betreffenden Regierungen unzulässig sind. Wer sich nicht daran hält, verliert MAN als Auftraggeber.“

Botschafter für nachhaltiges Handeln

Das Thema Nachhaltigkeit wird den Erfolg von Unternehmen in Zukunft maßgeblich beeinflussen. Um im Bereich Beschaffung nachhaltige Lieferantenbeziehungen voranzubringen, ist zum einen die Weiterbildung der Lieferanten ausschlaggebend.

Wir wollen mit gemeinsamen Mitteln Projekte vorantreiben, die Nachhaltigkeit und Menschenrechte stärken.

Thomas Pfister
Corporate Social Responsibility Manager bei MAN Truck & Bus

Aber auch das Kompetenzprofil der Beschafferinnen und Beschaffer von MAN wird in punkto Nachhaltigkeit ständig weiter geschärft. „Wir durchlaufen in regelmäßen Abständen Schulungen zu Compliance und Nachhaltigkeit“, berichtet Thomas Pfister. „Dabei spielt insbesondere die Frage eine Rolle, wie man einerseits Nachhaltigkeitsstandards einfordern und gleichzeitig Kosten reduzieren kann. Letzteres ist für die Beschaffung natürlich ein entscheidender Faktor.“ Ein rein kostengetriebenes Denken zahle sich aber nicht mehr aus, ist der BSV-Experte überzeugt: „Nachhaltigkeit wird in Zukunft ein Wettbewerbsvorteil sein. Schon jetzt fordern Kunden und Stakeholder sie immer mehr ein.“

Um das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Beschaffung weiter zu stärken, hat MAN das „Green Lions Ambassador Program“ ins Leben gerufen. Der Startschuss fiel im Oktober 2021. Für das Programm hat sich aus jeder der sieben Fachbereiche der Beschaffung jeweils ein Kollege oder eine Kollegin als Green Lion gemeldet. Sie werden sich regelmäßig treffen, Themen diskutieren und dann Informationen und Tipps zu Themen wie dem S-Rating in ihren Teams streuen sowie eigene Initiativen in der Beschaffung umsetzen“, erklärt Thomas Pfister.

Mehr als ein „Feel good“-Thema

Auch im Rest des Unternehmens geht die Sensibilisierung kontinuierlich voran. „Bei MAN  und im VW-Konzern wird schon sehr viel im Bereich Menschenrechte  unternommen. Aber natürlich ist der Prozess nie abgeschlossen“, sagt Andreas Ansel. „Bei Nachhaltigkeit und Menschenrechten handelt es sich für MAN nicht um ein „Feel Good“-Thema. Wir tragen als Unternehmen eine soziale Verantwortung, der wir gerecht werden wollen und die über unseren zukünftigen Unternehmenserfolg mitentscheiden wird.“

Text   Susanne Theisen
Fotos   Getty Images

#Nachhaltigkeit#Unternehmen#CorporateResponsibility

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