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Noch besser als Schienen

Schnell, flexibel, preiswert – und dabei auch besonders sicher für Passagiere: Systeme mit sogenanntem Bus Rapid Transit (BRT) sind die ideale Lösung für Großstädte, sagt der Verkehrsforscher Professor Andreas Knie.

Porträtfoto Mann mit verschränkten Armen blickt nach vorne

Noch besser als Schienen

Schnell, flexibel, preiswert – und dabei auch besonders sicher für Passagiere: Systeme mit sogenanntem Bus Rapid Transit (BRT) sind die ideale Lösung für Großstädte, sagt der Verkehrsforscher Professor Andreas Knie.

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Prof. Dr. Andreas Knie

ist Verkehrsforscher an der TU Berlin. Er war von 2006 bis 2018 Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) und leitet am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) die Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik.

Herr Professor Knie, was genau unterscheidet ein System Bus Rapid Transitvom herkömmlichen Busverkehr?

KNIE Das wichtigste Element eines solchen Systems sind eigene Trassen, auf denen Busse getrennt vom restlichen Verkehr fahren. Das sind also nicht einfach nur Busspuren, die zugleich von anderen Verkehrsteilnehmern genutzt werden können, sondern exklusiv genutzte Trassen, auf denen wirklich niemand sonst unterwegs ist. BRT-Busse müssen sich darum nicht in vollgestopften Straßen ihren Weg selber suchen. Sie können stattdessen schnell, sicher und verlässlich Takte einhalten.

Was gehört noch dazu?

KNIE Abgesehen davon können weitere Elemente hinzukommen, etwa geschlossene Stationen, die eher U-Bahn-Stationen ähneln als einer Bushaltestelle, oder die Verpflichtung für Passagiere, Fahrscheine vor dem Fahrtantritt zu lösen.

Stadtbus fährt im Regen auf einer Busspur

Busoffensive Die Stadt München setzt bei der öffentlichen Personenbeförderung verstärkt auf Busse und exklusive Fahrspuren für sie. © Florian Peljak/Süddeutsche Zeitung Photo

Welche Vorteile hat dieses Konzept?

KNIE Nahverkehrsplaner suchen immer nach Systemen, die sich möglichst reibungslos etablieren lassen und im Betrieb dann möglichst verlässlich möglichst viele Menschen von A nach B transportieren. BRT-Systeme sind schneller, flexibler und damit preiswerter zu errichten als ein Straßenbahnnetz und natürlich gilt das in noch verstärktem Maße im Vergleich zu U- und S-Bahnen in Tunneln oder auf Hochgleisen. Zugleich aber arbeitet der BRT-Ansatz mit großen Fahrzeugen in schneller Taktung, die viele Passagiere in vergleichsweise kurzer Zeit transportieren können, ähnlich wie die genannten leichten Schienenfahrzeuge.

Wie stehen BRT- im direkten Vergleich zu Schienensystemen da?

KNIE In jedem Fall sagen die Unterstützer von BRT-Systemen, zu denen ich mich zähle, dass Busse mittlerweile besser sind als Schienenfahrzeuge – einfach weil die Dynamik im Markt für Nahverkehrsbusse größer ist als unter den Herstellern von U-Bahnen oder Trams. Es gibt ausgereiftere Produkte, die sich zudem durch technische Innovationen immer weiter verbessern.

Interview Florian Sievers
Fotos Gene Glover (Header)

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