MAN Truck & Bus

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PROMIS AM LKW-STEUER: FAHREN WIE DIE PROFIS MIT MAN OptiView

 

Das neue digitale Spiegelersatzsystem MAN OptiView kennt keine toten Winkel. Wie einfach die Handhabung ist, zeigen Promis und Profis auf dem Rastplatz Schweitenkirchen beim Auftakt zur MAN TruckLife Tour, die im August 2021 durch ganz Europa führt. Auch die Entertainer Matze Knop und Ross Antony rangierten den MAN TGX mit Kamera-Unterstützung sicher durch den Parcours.

Matze Knop und Ross Antony sitzen im Fahrerhaus einem MAN TGX.
Roter Pfeil nach rechts

Promis am Steuer Matze Knop (rechts) und Ross Antony (links) freuen sich auf ihre Probefahrt im MAN TGX.

Matze Knop ist siegessicher. Die verspiegelte Sonnenbrille auf der Nase, den Ellbogen aus dem Fenster gehängt, sitzt der Comedian, Fußballexperte und Imitator im Fahrerhaus eines goldfarbenen MAN TGX und ruft heraus: „Ich will den englischen Schlagerbarden mit seinem umgenähten Sofa in die Schranken weisen!“ Ross Antony, der „Schlagerbarde“, britisch-deutscher TV-Moderator und Musiker, tänzelt auf seinen Kontrahenten zu und zieht sein Handy aus der Jackentasche. Er trägt einen rotkarierten Anzug, der tatsächlich auch als stilbewusste Sitzgelegenheit eine gute Figur machen würde. „Ich mach‘ noch‘n Foto von dir“, sagt Antony zu seinem Widersacher, „dann kann ich dir nachher zeigen, wie du ausgesehen hast, bevor ich dich geschlagen habe.“

Matze Knop gegen Ross Antony, das ist auch ein Duell der Sprücheklopfer. Doch die beiden sind nicht zum Spaß hier, auf dem Lkw-Rastplatz Schweitenkirchen an der Autobahn A9, nördlich von München. Bei ihrem Auftritt geht es um eine ernste Sache: die Verkehrssicherheit. Die Driver Challenge, an der sie und fünf anderen Promis und Truck-Profis teilnehmen, bildet den Auftakt der TruckLife Tour, einer Roadshow von MAN, die bis zum 24. August 2021 auf Autobahnrastplätzen in sechs europäischen Ländern Halt macht. Bei den Veranstaltungen wird das neue digitale Spiegelersatzsystem MAN OptiView vorgestellt, das tote Winkel eliminiert und so die Verkehrssicherheit erhöht. Erst wenige Tage zuvor haben die bayerischen Sommerferien begonnen, es wird voll auf den Rastplätzen – und Matze Knop kennt das mulmige Gefühl, zwischen rangierenden Lastwagen umherzulaufen. „Ich habe da immer ein bisschen Manschetten, dass ein Fahrer mich übersieht.“

Mehr Sicht, mehr Sicherheit

Wer einmal auf dem Fahrersitz eines Lkw gesessen hat, weiß, dass diese Sorge nicht unberechtigt ist. Insgesamt sechs Außenspiegel muss der Fahrer bei konventioneller Ausstattung im Auge behalten, um zu sehen, was neben, hinter und unter ihm geschieht – und trotzdem bleiben eine Menge blinder Flecken. Der Fahrradfahrer neben der Beifahrertür wird plötzlich unsichtbar; hinter den A-Säulen können ganze Pkw verschwinden, auch weil die Spiegel selbst diese Säulen deutlich verbreitern. MAN OptiView, dessen Kameras oberhalb der Fenster angebracht sind, verringert das Risiko, dass Lkw-Fahrer andere Verkehrsteilnehmer übersehen, deutlich. Der Sichtbereich des digitalen Spiegelersatzsystems macht tote Winkel auf der Fahrer- und Beifahrerseite einsehbar. Zusätzlich erhöht wird die Sicherheit durch die Kombination mit dem radarbasierten MAN Abbiegeassistenten.

Aber wie leicht ist das System zu bedienen? Können mithilfe von MAN OptiView selbst ungeübte Fahrer einen MAN TGX mit Auflieger sicher rückwärts in eine Parklücke rangieren? Um das herauszufinden, wurde auf einem abgesperrten Bereich ein Parcours abgesteckt: Etwa 50 Meter müssen Knop, Antony und die anderen fünf Kontrahenten rückwärts fahren und am Ende in eine mit Pylonen markierte Parkfläche rangieren. Matze Knop setzt die Sonnenbrille ab, zieht den Ellbogen ein und schließt das Fenster. Kopf rausstrecken ist nicht erlaubt, würde aber wohl auch wenig helfen: Knops bisher einzige Lastwagenfahrt war ein Umzug mit einem 3,5-Tonner, den er auf der Tankstelle beim Rückwärtsfahren prompt gegen die Anzeigetafel mit den Kraftstoffpreisen gesetzt hat. Nun aber hat er einen entscheidenden Vorteil: Die beiden länglichen OptiView-Bildschirme, die im Fahrzeuginnern an den A-Säulen angebracht sind, bilden seine komplette Umgebung ab, detailliert und gestochen scharf. Die Ansicht wechselt je nach Geschwindigkeit und Einlenkwinkel automatisch den Modus von Normalansicht auf Weitwinkel und zurück. „Drei, zwei, eins – und los!“, ruft der Comedian. Der Truck setzt sich in Bewegung. Schon nach ein paar Metern scheint Knop sich ein wenig verkeilt zu haben. Kein Wunder, seine einzige Erfahrung mit einem Anhänger machte er beim Holen eines Weihnachtsbaums. Doch nach einem kurzen Vorsetzen ist er wieder in der Spur. Sieht gut aus für ihn – zumindest im Duell gegen Ross Antony, der direkt vor ihm dran war und nach seiner Zieleinfahrt nach 1:49 Minuten jubelte, als hätte er gerade olympisches Gold gewonnen.

Truck-Trial-Pilot fährt Bestzeit

Die übermächtige Konkurrenz war schon vor den beiden unterwegs: die Truck-Trial-Piloten Marcel Schoch sowie Jan Plieninger mit seinem Beifahrer Marc Stegmaier. Schoch erreichte mit 38 Sekunden die Bestzeit – allerdings hat er im Eifer des Rennens eins der Hütchen mitgerissen, genau wie Jan Plieninger (47 Sekunden), was ihnen jeweils zehn Strafsekunden einbrachte. Vorsichtiger ließen es die beiden TV-Truckerinnen Julia Beitler und Bettina Lammer angehen, die sauber in die Parklücke manövrierten, mit 2:26 beziehungsweise 3:14 Minuten aber deutlich langsamer waren als ihre Mitstreiter – darunter auch der frühere Weltklasse-Biathlet Simon Schempp (1:29).

Immer mehr Zuschauer haben sich im Laufe des Nachmittags unter den Schirmen des MAN-Stands eingefunden, darunter Mitglieder des Fahrerclubs MAN Trucker’s World und einige Fernfahrer auf der Durchreise. Gestärkt mit einem Steak vom Food-Truck steigen die Besucher ins Fahrerhaus des MAN TGX, um sich die Features des International Truck Of The Year 2021 demonstrieren zu lassen. Neben dem Spiegelersatzsystem ist der TGX auch mit anderen innovativen Assistenzsystemen ausgerüstet, darunter MAN CruiseAssist (Fernverkehrsassistent) und LCCPA (Spurwechselkollisionsvermeidungsassistent).

Manche Trucker nutzen sogar die Gelegenheit, eine Nacht in der Schlafkabine des TGX zu verbringen und den Komfort mit Lattenrost und durchgehender Matratze am eigenen Körper zu spüren. Fenster, Klimaanlage, Dachluke und Radio lassen sich mit der Fernbedienung bequem im Liegen bedienen. In der Nacht zeigt sich zudem ein weiterer Vorteil von MAN OptiView: Dank der Kameras hat man auch bei zugezogenen Vorhängen eine Rundumsicht – was wichtig ist, weil man nie weiß, wer sich nach Einbruch der Dunkelheit auf Rastplätzen herumschleicht. Durch einen Sensor passen sich die Lichtstärke der Kamera und die Helligkeit der Bildschirme automatisch an alle Tages- und Nachtzeiten an. Wie groß der Sichtschatten am hellen Tag sein kann, erzählt einer der Berufsfahrer, die sich am MAN-Stand eingefunden haben: Robert Dusl vom gleichnamigen Fuhrunternehmen aus dem niederbayerischen Obersüßbach. Sein Sohn, so erzählt er, mache für die Landespolizeidirektion Verkehrstrainings in Schulen und Kindergärten, um auf die Gefahren der blinden Flecken im Rückspiegel hinzuweisen: „Der kriegt bei seinen Vorführungen 40 Kinder in den toten Winkel platziert.“

Man sieht, dass auch einer wie ich, der nie einen Lkw gefahren ist, das System bedienen kann.

Ross Antony 
TV-Moderator und Comedian 

 

Verkehrssicher ins Ziel

Führe Matze Knop mit gewöhnlichen Rückspiegeln, sähe er jetzt,  als er auf den letzten Metern noch einmal ordentlich einschlagen muss, nichts als die Plane des Aufliegers. Dank des Kamerasystems aber blickt er auch im maximalen Einlenkwinkel über das Heck hinaus. Und so schafft er es schließlich, ohne eine einzige Pylone umzureißen, ins Ziel. „Und?“, ruft er aus dem Fahrerhaus, als der Motor noch läuft.  „War ich besser als der Schmusesänger?“ War er. 1:14 Minute – eine beachtliche Zeit für einen Anfänger. „Die Kameras machen es so leicht, das ist wirklich eine Riesenhilfe“, sagt er, als er ausgestiegen ist. „Wenn das nächste Mal ein Schiff im Suez-Kanal stecken bleibt, kann man den ganzen Weg rückwärts dahinfahren, um die Container abzuholen.“ Aber jetzt mal ohne Witz: „Man sieht, dass auch einer wie ich, der nie einen Lkw gefahren ist, das System bedienen kann“, zieht Ross Antony, Knops geschlagener Kontrahent, sein Fazit. „Und das macht den Verkehr ja auch für Kleinwagenfahrer wie mich sicherer.“ Am liebsten, sagt Matze Knop am Ende, würde er sich das Spiegelersatzsystem auch in sein Auto einbauen. „Damit ich beim Rückwärtsfahren nicht immer den Kantstein mitnehme.“ Und das, so scheint es, meint er ziemlich ernst.

Die Fotos sind im Sommer 2021 unter Einhaltung aller Hygiene- und Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 entstanden.

Text   Julius Schophoff
Fotos   Jonas Nefzger

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