MAN Truck & Bus

40 Jahre MAN ProfiDrive: Fahrtraining bei den Könnern

MAN ProfiDrive ist eine echte Institution im internationalen Transportwesen und in der Personenbeförderung. Vor 40 Jahren fing es an, damals noch unter dem Namen „MAN-Fahr- und Spar-Training“. Seither haben Tausende von Menschen am Nutzfahrzeugsteuer in 67 Ländern mit den MAN-Experten trainiert, um in ihrer Fahrweise noch sicherer, nachhaltiger und kraftstoffsparender zu werden. Ein Streifzug durch vier Jahrzehnte in Bildern.

1981

Mit Fahrzeugen der F8-Baureihe begann das „MAN-Fahr- und Spar-Training“ im Jahr 1981. Von Anfang an waren die Trainings sowohl auf sicheres als auch wirtschaftliches Fahren ausgelegt. In den 1980er-Jahren setzten sich die Kosten eines Lastwagens über seine gesamte Nutzungsdauer zusammen aus den Lohnkosten der Fahrer (30 Prozent), Kraftstoff (24 Prozent), Kaufpreis (15 Prozent), Reparatur, Wartung und Öl (14,5 Prozent), Steuern, Versicherungen und Zinsen (13 Prozent) sowie Reifen (3,5 Prozent). Für Transportunternehmer waren das gute Gründe, um in die Trainings bei den Experten von MAN zu investieren, damit die Fahrer mit ihren Trucks möglichst kraftstoffsparend und fahrzeugschonend unterwegs sind.      

1989

Zwischenbilanz nach acht Jahren: Schon mehr als 450 Firmen haben das „MAN-Fahr- und Spar-Training“ erfolgreich durchlaufen. Der Prospekt von 1989 weist auf einige Vorzüge des Angebots hin: Die Trainings werden in praxisnahen Situationen mit Sattelzügen durchgeführt, die als 40-Tonner ausgelegt sind. Trainiert wird in kleinen Gruppen. Ein Coach von MAN ist für fünf Teilnehmer da, damit er auf jeden Fahrer und dessen Stärken und Schwächen individuell eingehen kann. Auch Theorie steht auf dem Lehrplan: Motortechnik, Fahrwiderstände, Optimierung des Schaltverhaltens, Kostenverteilung bei einem Fahrzeugeinsatz. Den Fahrern gelingt es, das Trainingsprogramm im beruflichen Alltag umzusetzen. Sie fahren eine durchschnittliche Kraftstoffersparnis von 10,9 Prozent heraus.

1996

Ein Prospekt des „MAN-Fahr- und Spar-Trainings“ aus dem Jahr 1996 zeigt ein Gruppenbild mit damaligen Fahrcoaches. Damals hatten bereits mehr als 10.000 Berufskraftfahrer an den Trainings teilgenommen. Die daraus resultierenden Erfolge im alltäglichen Transportgeschäft auf der Straße konnten sich sehen lassen, auch aus unternehmerischer Sicht. Durchschnittlich verbrauchten die Absolventen nun 11,5 Prozent weniger Kraftstoff. Zugleich waren sie vier Prozent schneller unterwegs, was auch bedeutete, dass Lieferungen pünktlicher ankamen. 45 Prozent weniger Schaltvorgänge weisen darauf hin, dass die Fahrer eine flüssige, vorausschauende und fahrzeugschonende Fahrweise verinnerlicht haben.

2002

Fahrtraining bei Schnee und Eis: Auch Reiseunternehmen lassen ihre Busfahrer von den Profis von MAN in der sicheren, wirtschaftlichen und umweltbewussten Fahrweise schulen. Im Jahr 2002 wird dafür der damals brandneue MAN Lion’s Star eingesetzt. Im Herbst 2001 hatte MAN den Zweiachser mit 460 PS und Sechszylindermotor erstmals auf der IAA vorgestellt, um sich auf dem Reisebusmarkt neu zu positionieren. Auch wenn Unfälle mit Reisebussen immer wieder Schlagzeilen machen, ist der Reisebus statistisch gesehen das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. Mit der Investition in das „MAN-Fahr- und Spar-Training“ sorgten Reiseunternehmen dafür, dass sie ihren Fahrgästen maximale Sicherheit bieten können. Seit jeher gehört das Training mit Busfahrern zur DNA von MAN ProfiDrive.   

2004

Investition in den Faktor Mensch: Auf einer Teststrecke von MAN üben sich Lkw-Fahrer darin, ihr Fahrzeug in jeder Situation souverän und sicher zu beherrschen, auch im Gefälle bei plötzlich eintretender Nässe. Spezialtrainings für Offroad-Einsätze, Schwertransporte, Fuhrparkleiter, Fahrzeugübergebende, Fahrlehrer und Sachverständige gehören ebenfalls zum Angebot, das im Jahr 2004 zwischenzeitlich den Namen „MAN Fahrtraining Sicherheit und Wirtschaftlichkeit“ trug.  

2013

Seit 1981 sind die Anforderungen an die Qualifikation von Berufskraftfahrern immer weiter gestiegen. In Deutschland ist eine 35-stündige Weiterbildung alle fünf Jahre verpflichtend. Das bedeutet lebenslanges Lernen. MAN ProfiDrive erfüllt diesen Bedarf, indem das Trainingsangebot für Fahrer, Fuhrparkleiter und Unternehmer immer weiter ausgebaut wird. In den 2010er-Jahren – und heute noch – umfasst es zum Beispiel auch: Unternehmensverantwortung, Umweltsicherheit, Sozialvorschriften, Kriminalität im Transportwesen durch Schleuser, Ladungssicherungstraining, Notfalltraining sowie Einsatz- und Rettungskräftetraining. Als Intensivtraining für Fahrer kommt die Betreuung durch MAN Connected Co-Driver mithilfe der Telematik des Fahrzeugs hinzu. Das Lernen bei den Profis zahlt sich aus. Denn keiner kennt die Fahrzeuge von MAN so gut wie sie.

2019

Traumberuf Busfahrer: Die MAN-Mannschaftsbusse von Fußballvereinen der deutschen Bundesliga zu steuern, ist ein ganz besonderer Job – und ein anspruchsvoller. Deswegen haben sich die Mannschaftsbusfahrer mit ihren Bussen vom Typ MAN Lion’s Coach im Jahr 2019 zu einem Training mit MAN ProfiDrive getroffen. Auf dem Schulungsprogramm im ADAC Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg stand unter anderem: Slalomparcours, Bremstraining, Kurvenfahrt und das Meistern von anderen Gefahrensituationen mit Unterstützung der modernen Assistenzsysteme. Auf dem Foto zeigt Schulungsleiter Heinrich Degenhart von MAN ProfiDrive den Busfahrern, welche Strecke sie fahren sollen.

2019

Spezialtraining für Holzfahrer: MAN ProfiDrive bietet auch besondere Schulungen für bestimmte Branchen an, etwa für das Baugewerbe oder die Holzwirtschaft. Holzfahrer haben anspruchsvolle zusätzliche Aufgaben. Sie müssen alleine im Wald und bei jedem Wetter den Kran bedienen und damit die Ladung im unwegsamen Gelände aufladen. Auf der Teststrecke von MAN trainieren sie unter realistischen Bedingungen mit voll beladenen Sattelzügen. Zum Trainingsprogramm gehört auch die Notfallbremsung mit dem Emergency Brake Assistant (EBA II). Die Fahrer sind beeindruckt, als das Fahrzeug wenige Meter vor dem drohenden Crash souverän und sicher zum Stehen kommt.

2020

Im Februar 2020 wurde die neue MAN Truck Generation im spanischen Bilbao der Weltöffentlichkeit erstmals vorgestellt. Über 100 Trainer von MAN ProfiDrive hatten dabei die spannende Aufgabe, 50 nagelneue Lkw von München zum Event nach Bilbao zu fahren – über Tausende von Kilometer, unfallfrei, möglichst ohne einen Kratzer. Das Kunststück gelang – fast. Eine einzige kleine Schramme an einem MAN TGX ließ sich nicht vermeiden. Für das Team von MAN ProfiDrive sind solche Fahrzeugüberführungen zu Weltpremieren besondere Erlebnisse. Dann schwingen am Steuer Stolz und große Emotionen mit.

2021

Herausforderung Elektromobilität: Seit sich Elektrobusse und Elektro-Lkw auf den Straßen durchsetzen, werden auch immer mehr Schulungen für diese Fahrzeuge bei den Experten von MAN nachgefragt.  Durch die Elektromobilität verändert sich die Fahraufgabe noch einmal deutlich. Während bei Dieselmotoren das Bremsen durch eine flüssige und vorausschauende Fahrweise möglichst vermieden wurde, um Kraftstoff zu sparen, gilt nun die umgekehrte Regel: Verzögern mit dem Fahrpedal muss sein, um durch die Rekuperation Energie zurückzugewinnen. Auf dem Foto demonstrieren MAN ProfiDrive Coaches beim MAN Efficiency Run, wie viel Reichweite sich aus einem MAN Lion’s City E auf einer Münchner Stadtbusroute im realen Einsatz herausholen lässt. Mit nur einer Batterieladung schaffen die Testfahrer 550,8 Kilometer innerhalb von exakt 24 Stunden. Mit der Elektromobilität hat in der 40-jährigen Erfolgsgeschichte von MAN ProfiDrive ein spannendes neues Kapitel begonnen. Zurzeit nehmen pro Jahr durchschnittlich 7.000 Kunden an den Trainings teil. Weltweit sind ungefähr 140 Trainer für MAN ProfiDrive tätig.

Text   Felix Enzian
Fotos   MAN, Christian Kaufmann, Bernhard Huber

#ProfiDrive#Geschichte#Bus#Lkw

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