MAN Truck & Bus

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Gipfeltreffen der Nutzfahrzeugbranche: Die Highlights von MAN auf der IAA Transportation 2022  

 

Endlich: Nach vier Jahren ist wieder IAA! MAN zeigt mit neuen Fahrzeugen, Technologien und seiner Zero-Emission-Strategie, wohin die Reise im Nutzfahrzeugsegment geht. 

MAN erlebt den größten Umbruch in seiner Geschichte.

Alexander Vlaskamp
CEO MAN Truck & Bus

Volle Hallen, zukunftsweisende Exponate und begeisterte Messebesucher: Die IAA Transportation – Leitmesse für Logistik, Nutzfahrzeuge, Busse und den Transportsektor – öffnete erstmals seit 2018 wieder ihre Pforten. Die Durststrecke ist vorbei, endlich sind wieder Publikumsmessen möglich. „Hier können wir wieder Kunden in der breiten Masse erreichen, das ist herausragend für uns“, sagte MAN Marketingchef Björn Loose, der für den IAA-Messeauftritt verantwortlich ist, am ersten Pressetag. 

Der Startschuss für MAN fiel am 19. September, pünktlich um 9:35 Uhr mit der Pressekonferenz. Zu diesem Zeitpunkt stand CEO Alexander Vlaskamp auf der Bühne und enthüllte das Messehighlight am MAN Stand, den seriennahen MAN eTruck. Er wird 2024 auf den Markt kommen und dann 600 bis 800 Kilometer Tagesreichweite haben. Der vollelektrische Lkw steht sinnbildlich dafür, wie sich die gesamte Nutzfahrzeugbranche neu erfindet, inklusive MAN. „MAN erlebt den größten Umbruch in seiner Geschichte“, so Vlaskamp auf der Pressekonferenz

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Zero Emission, Digitalisierung und Automatisierung: Diese Themen standen bei MAN auf der IAA im Mittelpunkt. Die Besucher freuten sich über den direkten Austausch.

Volle Hütte am 1. Besuchertag: Vor allem die asiatischen Delegationen sind stark vertreten. Hier wird der Transporter MAN TGE ganz genau in Augenschein genommen, der auf der IAA Transportation in verschiedenen Ausstattungsversionen zu sehen ist. Auch als vollelektrisch angetriebene Variante.

Der Diesel lebt! Obwohl sich die IAA ganz im Zeichen der Elektrifizierung zeigt, kommen auch herkömmliche Aggregate nicht zu kurz. So präsentiert MAN auf seinem Stand den neuen D26-Motor, der vier Prozent Kraftstoffeinsparung im Fernverkehr gegenüber dem Vorgängermodell ermöglichen soll und gleichzeitig 10 PS und 50 Newtonmetern Drehmoment mehr leistet.

Diskussion im Fahrerhaus: Warum soll man über einen Truck nicht in seinem Inneren fachsimpeln? Das dachten sich auch viele Messebesucher auf der IAA und nahmen die ausgestellten Fahrzeuge ganz genau unter der Lupe.

Natürlich stehen in Zeiten von Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung auf der IAA Nutzfahrzeuge zukunftsweisende Konzepte und Services im Fokus der Nutzfahrzeughersteller – schließlich wollen sie ihre Kunden optimal während der Mobilitätswende begleiten. Darum hielt MAN CEO Alexander Vlaskamp unter dem Motto „What’s next?“ am 20. September die IAA-Keynote zum Thema „Elektrifizierung der Nutzfahrzeugbranche“. Der MAN Chef machte in seiner Rede deutlich, dass spätestens jetzt mit der Arbeit begonnen werden müsse, um bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. 

MAN setzt konsequent auf Elektrifizierung. „Ab 2040 werden alle von MAN verkauften neuen Nutzfahrzeuge frei von fossilen Brennstoffen sein“, so Vlaskamp, der auch einen Vergleich zur Brennstoffzelle anführt. „Die Energiebilanz von grünem Wasserstoff ist einfach zu schlecht. Für einen elektrisch betriebenen Lkw braucht man – bildlich gesprochen – die Leistung eines Windrades. Für einen Lkw mit Brennstoffzelle braucht man drei Windräder.“  

Zentral für eine erfolgreiche Elektrifizierung des Lastverkehrs ist laut Vlaskamp die Verbesserung der Ladeinfrastruktur. In einem Joint-Venture baut MAN darum mit den Partnern Scania, Daimler Trucks und Volvo 1.700 Hochleistungs-Ladepunkte in Europa auf. Die Investitionssumme beträgt eine halbe Milliarde Euro. Doch es sei dringend staatliche Unterstützung notwendig, um alle Ziele zu erreichen, sagte Vlaskamp. 

Passend zum Thema fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Ladetechnologie“ statt, an der auch Dr. Frederik Zohm, MAN-Vorstand für Forschung und Entwicklung, teilnahm. Dort wurde das Projekt HoLa – Hochleistungsladen im Lkw-Fernverkehr – vorgestellt. Die Autobahn A2 zwischen Berlin und Ruhrgebiet soll schnellladefähig werden, batterieelektrische Lkw sollen dann innerhalb der gesetzlichen Pausenzeiten von 45 Minuten ausreichend schnell aufgeladen werden können. Neben MAN sind weitere Nutzfahrzeughersteller, Energieunternehmen, Raststättenbetreiber, Hersteller von Ladeinfrastruktur sowie Forschungsinstitute an dem Projekt beteiligt. Projektzeitraum ist 2021 bis 2024. Ziel ist es, die Blaupause für den flächendeckenden bundesweiten Ausbau zu liefern. 

Um das zu erreichen, hat MAN im Rahmen diverser Projekte wie ATLAS-L4, Hamburg TruckPilot oder ANITA innovative Automatisierungs-Technologien gemeinsam mit Kunden im Realbetrieb getestet – und erste Ergebnisse in Hannover gezeigt. Dr. Frederik Zohm, Vorstand für Entwicklung und Technik bei MAN Truck & Bus, erklärt: „Wir sehen uns in der Verantwortung, die Zukunft der Logistik sicherer, effizienter und flexibler zu gestalten.“ So sollen bis spätestens 2030 automatisierte Hub-to-Hub-Anwendungen in die Lieferketten integriert werden. 

Dass sich auch bezüglich der Digitalisierung der Fahrzeuge einiges getan hat, zeigt MAN auf der IAA Nutzfahrzeuge 2022 mit zahlreichen neuen digitalen Services, die auf dem Messestand an mehreren Infopunkten simuliert werden können: Over-the-Air-Software-Updates für eine optimale Anpassung an individuelle Kundenanforderungen, MAN SimplePay für automatisierte Bezahlvorgänge, MAN Perform für besonders wirtschaftliches Fahren, digitales Wartungs- und Reparaturmanagement, Tachographen- und Zeitmanagement sowie Lade- und Batteriemanagement sind nur einige Beispiele für das Digitalangebot von MAN. Über die MAN Driver App können Fahrer viele digitale Funktionen auf dem Smartphone nutzen und steuern. Einen Überblick über alle MAN Digital Services gibt es hier.

Ein besonderes Highlight fand abends am ersten Pressetag in Halle 18 statt. Der VDA vergab im Rahmen seiner Veranstaltung „IAA Stars of the Year“ vier renommierte Preise: Den International Van of the Year, den Bus of the Year, den International Truck of the Year und den Truck Innovation Award. VDA-Präsidentin Hildegard Müller freute sich über zahlreiche Besucher: „Die Nutzfahrzeugbranche ist trotz der Krisen, die uns in den letzten Jahren beschäftigten und immer noch beschäftigen, sehr innovativ. Das beweisen wir hier und heute mit den Preisvergaben unserer Awards im Rahmen der ´IAA Stars of the Year´.“ Der Titel „Bus of the Year 2023“ ging an den MAN Lion’s City E. Rudi Kuchta, Chef der Bussparte bei MAN Truck & Bus, nahm die Trophäe von BotY-Jurypräsident Tom Terjesen entgegen.

Dass MAN mit seinen Innovationen auch die Politik interessiert, zeigte der Besuch des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil. Er kam am 20. September zusammen mit Belit Onay, dem Oberbürgermeister von Hannover, und VDA-Präsidentin Hildegard Müller zum MAN Stand und ließ sich von Alexander Vlaskamp und Dr. Frederik Zohm den neuen eTruck vorstellen. „Mich interessiert MAN sehr“, sagte der Ministerpräsident. „Wir haben ja schließlich in Salzgitter einen schönen Standort.“ Auf die Frage von Weil, wann der erste autonome Truck auf die Straße komme, versprach Alexander Vlaskamp, dass dies bereits Ende des Jahrzehnts der Fall sei. 

Eine zentrale Frage bei den Themen „Zero Emission“ und „Elektrifizierung“ ist das Recycling der Lkw- und Bus-Batterien nach dem Ende der Truck-Lebensdauer. Auch hier hat MAN auf der IAA Lösungen gezeigt. Ziel ist es, Batterien ressourcenschonend herzustellen und zu recyclen. Daher arbeitet MAN schon intensiv an Nachnutzungsstrategien, um den Materialkreislauf zu schließen und so zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Aktuell gibt es drei Optionen: Eine zweite Verwendung der Batterie nach Werksinstandsetzung; ein zweites Batterieleben („2nd Life“), zum Beispiel als Pufferspeicher von Solar- und Windkraftanlagen; oder die Wiedergewinnung von Batterierohstoffen wie Nickel, Mangan, Kobalt oder Lithium für neue Energiespeicher. 

Neben der politischen Prominenz besuchten auch Stars aus Sport und Unterhaltung den Messestand von MAN: Bayern-Botschafter Giovane Elber und „Trucker Babe“ Julia Beitler nahmen sich am 21.9. in Hannover Zeit für ihre Fans. Der brasilianische Ex-Profi zeigte sich auf dem Messegelände nicht nur vom vollelektrischen MAN eTruck begeistert, sondern verteilte auch signierte Fußbälle und erfüllte natürlich zahlreiche Autogramm- und Selfie-Wünsche. Truckerin Beitler, die unter dem Spitznamen „Asphalt-Fee“ Teil der TV-Doku „Trucker Babes“ auf Kabel 1 ist, schrieb ebenfalls Autogramme und schaute sich die Exponate am MAN Stand ganz genau an, denn sie fährt selbst MAN: „Sie fahren sich gut, es gibt nichts an ihnen auszusetzen“, sagte Julia. „Ich bin stolz, dass ich diese MAN Fahrzeuge habe. Ich würde sie nicht tauschen wollen.“  

Auch strategische Partnerschaften kommen in Hannover nicht zu kurz. So konnte MAN auf der IAA 2022 eine neue Kooperation mit dem Reifenhersteller Michelin bekanntgeben: Ab Januar 2023 ist Michelin für drei Jahre der globale Partner von MAN ProfiDrive, dem Fahrertraining von MAN Truck & Bus. Seit über 40 Jahren schulen die Profis von MAN Fahrerinnen und Fahrer im sicheren Umgang mit Sicherheits-, Assistenzsystemen und Telematikdiensten sowie in allen Themen, die für Fuhrparkmanager und Unternehmer im Transportwesen und in der Personenbeförderung relevant sind. Bald schon mit den mehrfach prämierten Pneus von Michelin. 

Doch auch das Kern-Geschäft im Lkw-Segment darf auf der wichtigsten Nutzfahrzeugmesse nicht fehlen. MAN hat, neben dem eTruck, 14 weitere Fahrzeuge aus allen Baureihen im Messe-Gepäck: vier TGX, vier TGS, ein TGM, ein TGL und vier TGE. Am Pressetag strömten hunderte Medienvertreter auf und in die MAN Fahrzeuge in Halle 12. „Endlich ist wieder Messe, endlich gibt es wieder neues Blech zum Anfassen“, freut sich einer der Journalisten.  

Damit sich für die vielen spannenden MAN Produkte auch möglichst viele Kunden begeistern, bietet MAN auf der IAA Transportation exklusive Kundenevents an. Bei einem Abendessen und anschließendem Unterhaltungsprogramm können internationale Kunden in entspannter Atmosphäre mit MAN Experten über die rasanten Entwicklungen im Nutzfahrzeugmarkt reden und sich bezüglich neuer Produkte und Dienstleistungen beraten lassen. 

Text   Boris Pieritz
Fotos   MAN / Anne Hufnagl

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