MAN Truck & Bus

Portrait Fabian Heidinger

Unser Beitrag macht den Unterschied!


Die Reduzierung von CO2-Emissionen ist eine der dringlichsten Aufgaben für MAN. Fabian Heidinger erklärt, warum sich Unternehmen intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen müssen und wie sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden.   

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Fabian Heidinger 

ist Head of Digital Transformation bei MAN. Wie das Unternehmen die Zukunft positiv mitgestalten kann, ist eine Frage, die ihn umtreibt. Dazu hat er unter anderem das MAN Impact Accelerator Programm aufgesetzt. 

Herr Heidinger, warum braucht MAN eigentlich eine Dekarbonisierungsstrategie?

Heidinger Wenn unsere Gesellschaft weiter so viele Treibhausgase ausstoßen würde wie jetzt, erreicht die globale Erderwärmung bis zum Jahr 2100 drei Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Zeiten. Dadurch würden sich Klimazonen verschieben, die Meeresspiegel ansteigen und Wetterextreme sich häufen. Um dieses Szenario zu verhindern, haben 197 Staaten im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 das gemeinsame Ziel vereinbart, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten. Wenn das gelingt, ändert sich das globale Klima weniger stark und die Folgen sind weniger dramatisch. Das sogenannte Zwei-Grad-Ziel soll vor allem durch umfangreiche Maßnahmen zur CO2-Reduktion auf allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ebenen erreicht werden. Die Europäische Union und die nationalen Staaten machen dazu Vorgaben, die auch für MAN gelten. Außerdem sehen wir es als Teil unserer Verantwortung, mit allen Kräften beim Klimaschutz zu helfen. Mit der NewMAN Strategie wurden hier bereits wertvolle Rahmenbedigungen geschaffen, die wir jetzt konkretisieren und weiter ausarbeiten im Kontext der Dekarbonisierungsstrategie.

Warum tragen gerade Nutzfahrzeughersteller besonders große Verantwortung bei der Reduktion von klimaschädlichen Emissionen?

Heidinger Das lässt sich am besten mit einigen Zahlen demonstrieren: Die VW Group ist für ca. 2,5 Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Das ist ein enormer Anteil. Innerhalb der Europäischen Union verursacht der Transportsektor 23 Prozent der CO2-Emissionen. Fast ein Viertel! Und innerhalb des Transportsektors produzieren gerade die Lastwagen im Fernverkehr einen großen Teil des Treibhausgases CO2, immerhin 27 Prozent. Darunter sind natürlich auch sehr viele MAN-Fahrzeuge. Entsprechend groß ist unsere Verantwortung für den Klimaschutz. Dem tragen wir natürlich schon seit Jahren Rechnung, z.B. indem wir immer effizientere und sauberere Motoren entwickeln und in unserer Produktion seit Jahren CO2- Einsparmaßnahmen im Rahmen der Klimastrategie umsetzen. Doch um unsere Ziele auch in der Zukunft zu erreichen, müssen Lösungen mit deutlich weniger Emissionen her. Zugleich verfügen wir als Nutzfahrzeughersteller über die notwendigen Hebel, um den Transportverkehr klimafreundlicher zu machen, indem wir unseren Kunden sogenannte Zero-Emission-Fahrzeuge zur Verfügung stellen, die wirtschaftlich und effizient sind. Klimaschutz und Nachhaltigkeit eröffnen uns auch neue Geschäftsfelder. Wenn wir hier erfolgreich sind, tun wir etwas Gutes für unsere Gesellschaft und Umwelt und sichern zugleich die wirtschaftliche Zukunft von MAN.

In welchen Bereichen kann MAN auf die Menge der produzierten Treibhausgase Einfluss nehmen?

Heidinger Wir können über unsere gesamte Wertschöpfungskette CO2-Emissionen reduzieren. Das beginnt mit dem Energieverbrauch unserer eigenen Standorten, vor allem in der Produktion. Je mehr wir hier erneuerbare Energien wie Solarenergie und Windkraft nutzen, desto kleiner wird unser CO2-Fußabdruck. Für 2030 streben wir eine CO2-neutrale Produktion an. Auch innerhalb unseren Lieferketten können wir in Partnerschaft mit unseren Zulieferern großen positiven Einfluss auf den CO2-Ausstoß nehmen. Das betrifft zum Beispiel die Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge mit möglichst geringem CO2-Fußabdruck. Hier gibt es noch großes Verbesserungspotenzial. Der allerwichtigste Bereich sind allerdings die Treibhausgase, die bei der Nutzung unserer Produkte erzeugt werden. 96 Prozent der Emissionen, die wir heute als MAN zu verantworten haben, entstehen bei der Nutzung der MAN-Fahrzeuge bei unseren Kunden.

Welche Maßnahmen für Klimaschutz stehen für MAN besonders im Fokus?

Heidinger An erster Stelle unserer Dekarbonisierungsstrategie steht die Reduktion von Emissionen unserer Fahrzeuge. Der vollelektrische Stadtbus MAN Lion’s City E und der MAN eTGE laufen bereits erfolgreich in Serienproduktion und werden von unseren Kunden sehr gut angenommen. In absehbarerer Zeit werden wir auch mit Elektro-Lkw in die Serienproduktion gehen.

Zudem unterstützen wir unsere Kunden durch Angebote wie MAN eMobility Solutions und MAN Transport Solutions beim Aufbau von CO2-neutralen Flotten. Durch das S-Rating in der Beschaffung stellen wir sicher, dass unsere Zulieferer ebenfalls für Klimaschutz und Nachhaltigkeit aktiv sind. Zudem laufen in unseren Werken viele Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Reduzierung von CO2-Emissionen. MAN hat viele Möglichkeiten, um einen positiven Beitrag bei der weltweiten Dekarbonisierung zu leisten. Der Auftrag für die Dekarbonisierungsstrategie lautet, aus den Möglichkeiten diejenigen auszuwählen, die unsere Emissionen schnellstmöglich in Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens bringt und uns gleichzeitig strategisch bestmöglich positioniert.

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