MAN Truck & Bus

Foto der Glasgower Glocken Brücke und Armadillo Konzerthalle

UN-Klimakonferenzen: Was internationale Klimapolitik für MAN bedeutet

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In diesen Tagen schaut die Welt auf Glasgow. Dort findet vom 1. bis zum 12. November die COP 26 statt, die Klimakonferenz der Vereinten Nationen. Seit 1995 kommen Vertreter aller UN-Mitgliedsstaaten jedes Jahr zusammen, um über gemeinsame Klimaschutzmaßnahmen zu beraten. Was sie beschließen, hat konkrete Auswirkungen auf einzelne Staaten, Menschen und Unternehmen. Auch auf MAN.

Bis 2050 will Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent werden. Deutschland hat sich ein noch ehrgeizigeres Ziel gesetzt: Hier soll die Treibhausgasneutralität schon 2045 erreicht sein. Diese Vorgaben sind jeweils in einem europäischen und einem deutschen Klimaschutzgesetz verankert. Und sie sind das Ergebnis eines weltweiten Politikprozesses, der Anfang der 1990er Jahre begonnen hat.

Dass der Klimawandel eine Bedrohung für Mensch und Natur in aller Welt darstellt, war schon damals bekannt. Um der Herausforderung gemeinsam zu begegnen, einigten sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf eine jährliche Konferenz, bei der internationale Ziele und Maßnahmen für den Klimaschutz festgelegt werden. Die erste COP – die Abkürzung steht für „Conference of Parties“ – fand 1995 in Berlin statt. Seitdem hat sie, nur unterbrochen von der Coronapandemie 2020, jedes Jahr getagt.

Nicht alle Treffen waren ein Erfolg. Oft standen kontroverse Diskussionen, zum Beispiel zwischen Vertretern von Industrie- und Entwicklungsländern, im Vordergrund, so dass es zu keiner Einigung auf gemeinsame Schritte und Ziele kam. Längst nicht immer wurden getroffene Vereinbarungen auch umgesetzt. Und einzelne Ereignisse, wie 2019 der vorübergehende Rückzug der USA aus dem Klimaschutzprozess, sorgten für Rückschritte und Verzögerungen. Insgesamt hat der Prozess in den letzten Jahren aber deutlich an Fahrt und an Verbindlichkeit für die beteiligten Staaten aufgenommen. Auch und vor allem, weil sich die Folgen des Klimawandels nicht länger ignorieren lassen.

Vom Pariser Abkommen zum Grünen Deal für Europa

Der wichtigste Meilenstein ist das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015. Darin haben sich die 197 Unterzeichnerstaaten erstmals verpflichtet, die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Möglichst soll sie den Wert von 1,5 Grad nicht überschreiten. Um dieses Ziel zu erreichen, muss schon Mitte des Jahrhunderts weltweite Klimaneutralität herrschen. Für die Mitgliedsstaaten bedeutet das: Sie müssen ihren Ausstoß an Treibhausgasen so schnell und so stark wie irgend möglich verringern.

Auf EU-Ebene führte das Pariser Abkommen 2019 zum sogenannten „Grünen Deal für Europa“. Das Programm skizziert den Weg, den der Staatenbund gehen muss, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Wichtige Aspekte sind dabei auch, wie sich der Wandel zu einer Wirtschaft ohne Treibhausgase sozial verträglich und wirtschaftlich erfolgreich gestalten lässt.

Grüne Baumkronen aufgenommen aus der Froschperspektive

Der Grüne Deal bildet die Grundlage für das Europäische Klimaschutzgesetz, das 2021 in Kraft trat. Es legt die langfristige Marschroute fest, mit der die EU bis 2050 Klimaneutralität in allen Politikbereichen schaffen will. Welche konkreten Schritte nötig sind, um das erste Etappenziel – die Reduktion der Treibhausgasemissionen um 55 Prozent bis 2030 – zu erreichen, soll im dazugehörigen Maßnahmenpaket „Fit for 55“ geregelt werden.

In Deutschland wurde 2021 das schon bestehende Klimaschutzgesetz verschärft. Damit kommt die Bundesrepublik ihren Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen und den neuen Vorgaben der EU nach. Die wichtigsten Eckpunkte der Gesetzesnovelle: Bis 2030 sollen die deutschen Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 um 65 Prozent sinken. Und statt 2050, wie im bisherigen Gesetz vorgesehen, soll nun schon 2045 die nationale Klimaneutralität erreicht sein. So wurden bereits bis 2030 für jeden einzelnen Sektor jährliche Reduktionsziele festgelegt sowie für die Zeit bis 2040 jährliche Minderungsziele über alle Sektoren hinweg definiert.

„Vollelektrische Fahrzeuge wie unser Stadtbus MAN Lion’s City E und der Transporter MAN eTGE sind Ausrufezeichen in Richtung Mobilität der Zukunft.“

Andreas Tostmann
CEO von MAN Truck & Bus 

Die Klimaziele und MAN

Dass die nationalen und internationalen Klimaziele auch den Verkehrssektor betreffen, liegt auf der Hand. Er ist für rund 25 Prozent der CO2-Emissionen in der EU verantwortlich. Sowohl die europäische als auch die deutsche Gesetzgebung verfolgen daher das Ziel, die CO2-Emissionen im Verkehrssektor und damit auch für Nutzfahrzeuge zu senken. Erreicht werden soll das unter anderem mit sauberen Kraftstoffen, dem Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität und der Etablierung eines EU-Emissionshandelssystems für den Verkehrssektor.

Für Nutzfahrzeughersteller bedeutet das: Sie müssen ihre Sourcing- und Produktionsprozesse klimaneutral gestalten. Und auch und vor allem Produkte entwickeln, die keine klimaschädlichen Emissionen verursachen. MAN ist auf diesem Weg schon weit fortgeschritten. „Vollelektrische Fahrzeuge wie unser Stadtbus MAN Lion’s City E und der Transporter MAN eTGE sind Ausrufezeichen in Richtung Mobilität der Zukunft“, sagt Andreas Tostmann, CEO von MAN. „Und in absehbarer Zeit werden wir auch mit Elektro-Lkw in die Serienproduktion gehen.“ Seine Strategie hat MAN klar auf Dekabornisierung ausgerichtet und die Nachhaltigkeit fest im Unternehmen verankert. Außerdem unterstützt das Unternehmen seine Kunden beim Aufbau von CO2-neutralen Flotten, minimiert in seinen eigenen Werken die Treibhausgasemissionen und sorgt darüber hinaus dafür, dass auch Zulieferer für Klimaschutz und Nachhaltigkeit aktiv sind. Damit will MAN nicht nur en gesetzlichen Vorgaben gerecht werden, sondern auch seiner Verantwortung. „Wer das Thema Nachhaltigkeit nicht ernst nimmt, der wird künftig im Wettbewerb nicht bestehen“, sagt Andreas Tostmann.

Text   Dagmar Puh
Fotos   Adobe Stock (Glasgow), Getty Images (Bäume)

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