MAN Truck & Bus

Ein 16 U von MAN-Büssing mit Unterflurmotor von vorne (um 1973) Ein 16 U von MAN-Büssing mit Unterflurmotor von vorne (um 1973)

Ein neues Fahrgefühl

10.02.2020

In den 1970er-Jahren nahm MAN einige Lkw-Modelle von Büssing unter dem Namen MAN-Büssing ins Programm. Der 16 U zeichnete sich durch eine Besonderheit im Lkw-Bau aus: einen Unterflurmotor. Diese Konstruktion ermöglichte Fahrerhäuser mit besonders viel Platz und Komfort. 

Ein 16.320 U von MAN-Büssing aus dem Jahr 1976 auf einer Straße am Hafen

Beliebtes Modell Insbesondere Fernfahrer schätzten den 16.320 U, hier ein Fahrzeug von 1976.

Der traditionsreiche Lkw- und Bushersteller Büssing aus Braunschweig geriet in den 1960er-Jahren in eine wirtschaftliche Schieflage und wurde von MAN übernommen. So gelangte nicht nur das Löwenemblem nach München. MAN entschied sich auch, einige bewährte Fahrzeugmodelle des früheren Konkurrenten unter dem Namen MAN-Büssing weiter zu produzieren. Dazu zählte der MAN-Büssing 16 U. Seine Bauweise mit Unterflurmotor war eine attraktive Alternative zu den Hauben- und Frontlenkerfahrzeugen von MAN.

Da das Fahrerhaus mit ebenem Boden konstruiert werden konnte, bot es besonders viel Platz und Komfort mit freiem Durchgang vor den Sitzen. Das machte den MAN-Büssing 16 U bei Lkw-Fahrern und -Haltern sehr beliebt, insbesondere für Anwendungen im Fernverkehr. Zur Ausstattung des Fernverkehr-Luxusfahrerhauses zählten fest eingebaute Schlafliegen mit Leseleuchte und Haltegriffen, ein Kleiderschrank und eine Kühlbox. Daher konnte der Truck als gemütlicher Wohn- und Schlafraum genutzt werden. Die Positionierung des Motors zwischen den Achsen liegend im Rahmen hatte einen weiteren Vorteil: Er war besonders leicht zugänglich und daher wartungsfreundlich. MAN gliederte den Unterflormotor-Lkw in seine Münchner Produktion ein und fertigte ihn im eigenen Baukastensystem.

Ein Lkw-Kipper von Büssing mit Niederflurmotor BS 16 L von der Seite (Schwarzweiß-Fotografie um 1970)

Der Vorläufer Büssing produzierte den 16-Tonner mit Niederflurmotor BS 16 L von 1967 bis 1971. 

Der Motor ist zur Zeit das Beste, was die deutsche Lkw-Industrie in der grossen Klasse zu bieten hat.

 

Sonderdruck aus „Lastauto-Omnibus“, 1973

Lob in der Fachpresse

Die Bauweise des Motors als liegender Reihendiesel mit 12,3 Liter Hubraum und Turbolader wurde originalgetreu von Büssing übernommen. „Er ist zur Zeit das Beste, was die deutsche Lkw-Industrie in der großen Klasse zu bieten hat, und zwar nicht nur in puncto Leistung und Zugkraft, sondern auch was Wirtschaftlichkeit, Laufkleistungen und Zuverlässigkeit angeht, lobte die Fachzeitschrift „Lastauto-Omnibus“ 1973 in einem Testbericht zum MAN-Büssing 16.320 U. MAN führte auch einige Verbesserungen an dem Fahrzeug ein. Zum Beispiel konnte der schwergewichtige Truck etwas leichter konstruiert wurden, was der Nutzlast und Wirtschaftlichkeit zugute kam. Das abschließende Urteil aus „Lastauto-Omnibus“: „Den neuen MAN-Fernlastwagen mit 320-PS-Unterflurmotor von Büssing kann man als gelungene Mischung bezeichnen.“


Fakten

Komfortables Fahrerhaus Die Kabine verfügte über blendfreie Armaturen, hydraulisch gedämpfte Sitze und auf Wunsch elektrische Fensterheber.

Geringer Verbrauch Bei voller Beladung und 58,6 km/h mittlerer Geschwindigkeit verbrauchte der MAN-Büssing 16.320 U im Test 45,3 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Das war im Jahr 1973 ein guter Wert.

Verbindung der Marken MAN-Lkw, die von 1973 bis 1979 im ehemaligen Büssing-Werk in Salzgitter mit einem Unterflurmotor produziert wurden, trugen den Doppelnamen MAN-Büssing auf den Kühlergrill.