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Angespannte Nutzfahrzeugmärkte sorgen für ein schwieriges 3. Quartal 2014

Das 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres stand für die MAN Gruppe erneut unter dem Eindruck der schwierigen Situation auf den internationalen Nutzfahrzeugmärkten. Vor allem die Lage der für MAN so wichtigen Absatzmärkte in Europa und Südamerika bleibt weiterhin angespannt. Hier machte sich einerseits die konjunkturelle Eintrübung bemerkbar, andererseits spürte das Unternehmen in Europa nach wie vor die Auswirkungen des Euro 6-Vorzieheffekts. Hinzu kamen politische Unsicherheiten im Umfeld der Ukraine-Krise und im Nahen Osten.

Dadurch beeinflusst erreichte der Auftragseingang der MAN Gruppe im 3. Quartal 2014 rund 3,5 Mrd € und ging damit gegenüber dem Vorjahresquartal um 20 % zurück. Der Auftragseingang bei MAN Truck & Bus lag im 3. Quartal 2014 mit 2,1 Mrd € ganz erheblich unter dem Vorjahresniveau von 2,8 Mrd €. Hier ist jedoch zu berücksichtigen, dass im Vorjahr der Euro 6-Vorzieheffekt wirkte. Bei MAN Latin America gingen die Bestellungen im 3. Quartal 2014 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ebenfalls zurück. Sie fielen um 26 % auf 534 Mio €. Die Hauptgründe hierfür finden sich in einem deutlich schlechteren Marktumfeld und einer Abwertung des brasilianischen Real. Im Geschäftsfeld Commercial Vehicles lag der Auftragseingang in den ersten neun Monaten um 13 % unterhalb des Vorjahres. Etwas positiver stellt sich hingegen die Auftragslage im Geschäftsfeld Power Engineering dar. Hier nahm der Auftragseingang im selben Zeitraum zu und erreichte 2,7 Mrd €. Bei MAN Diesel & Turbo zog das Marinegeschäft wieder an und sorgte damit für eine Verbesserung des Auftragseingangs in den ersten drei Quartalen um 7 % auf über 2,4 Mrd €. Renk lag mit 321 Mio € unter dem Vorjahreswert.

Der Umsatz der MAN Gruppe lag im 3. Quartal mit 3,5 Mrd € rund 5 % unterhalb des Vergleichszeitraums des Vorjahres. Bezogen auf die ersten neun Monate des Jahres 2014 fiel er mit 10,2 Mrd € um 10 % geringer aus. Der Umsatz des Geschäftsfelds Commercial Vehicles erreichte von Juli bis September 2014 rund 2,5 Mrd €. Bei Power Engineering stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr an, das Geschäftsfeld trug 1 Mrd € zum Umsatz der MAN Gruppe bei.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014 verbesserte sich das Operative Ergebnis der MAN Gruppe im Vorjahresvergleich deutlich. Es stieg um 268 Mio € auf jetzt 304 Mio €. Die Operative Rendite der MAN Gruppe lag bei 3,0 % (Vorjahr 0,3 %). Beim Blick auf das 3. Quartal 2014 ergibt sich hingegen ein anderes Bild: Das Geschäftsfeld Commercial Vehicles verzeichnete ein Operatives Ergebnis von 18 Mio €, Power Engineering erwirtschaftete ein Operatives Ergebnis von 83 Mio €. Dies entspricht einem Rückgang von 80 bzw. von 20 Mio € gegenüber dem Vorjahresquartal. Bei MAN Truck & Bus ist dies im Wesentlichen auf die geringere Kapazitätsauslastung, bei MAN Latin America auf ein deutlich niedrigeres Absatzvolumen zurückzuführen.

Schon in der Vergangenheit konnte MAN in schwierigen Situationen auf die ausgleichende Wirkung seiner Geschäftsfelder zählen. Dies ist auch momentan der Fall. So steuerte das Geschäftsfeld Power Engineering von Januar bis September 2014 den größten Teil des Operativen Ergebnisses der MAN Gruppe bei. Im 3. Quartal 2014 verschlechterte sich allerdings auch bei MAN Diesel & Turbo das Operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahresquartal. Es belief sich auf 59 Mio €. Ein erneut sehr gutes Quartal vermeldet hingegen Renk. Hier stieg das Operative Ergebnis auf 24 Mio €.

Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Sprecher des Vorstands der MAN SE, sagte: „Insgesamt sind die Zahlen sicher nicht erfreulich. Wir unternehmen darum alle Anstrengungen, um möglichst bald wieder zurück in die Erfolgsspur zu kommen. So haben wir bereits in den vergangenen Monaten erfolgreich Maßnahmen zur Kostensenkung eingeleitet. Dazu zählen etwa die Anpassung der Produktionsstruktur im Busbereich, die Anmeldung von Kurzarbeit in Steyr und Salzgitter oder strenge Kostendisziplin. Mitunter sind dies schmerzhafte Einschnitte. Aber sie sind notwendig. Dass wir der Zukunft mit Zuversicht entgegen sehen können, zeigen die ausgezeichneten Reaktionen, die wir im September bei den beiden großen Messen SMM und IAA Nutzfahrzeuge auf unsere Produkte und Dienstleistungen erhalten haben.“

Für das Geschäftsjahr 2014 rechnet MAN mit einem Umsatz deutlich unter Vorjahresniveau und einem leicht höheren Operativen Ergebnis. Die Operative Rendite der MAN Gruppe wird leicht über dem Wert von 2013 liegen.