MAN SE  |  Investor Relations 

Deutliche Ergebnisverbesserung in schwierigem Marktumfeld

MAN erwirtschaftet im europäischen Nutzfahrzeuggeschäft wieder mehr Gewinn – Konjunktur in Brasilien bleibt schwach

Die MAN Gruppe blickt auf eine solide erste Hälfte des Geschäftsjahres 2014 zurück. Die Nachfrage im europäischen Nutzfahrzeugmarkt stieg in diesem Zeitraum leicht an, auch wenn die Folgen der Euro 6-Einführung nach wie vor spürbar sind. So lag die Nachfrage im 2. Quartal bereits wieder leicht unter Vorjahresniveau. Die leichte Belebung der Weltwirtschaft setzte sich fort, auch in West- und Südeuropa zeichnet sich eine wirtschaftliche Erholung ab. Während MAN die konjunkturelle Lage in Europa wieder optimistischer bewertet, sieht sich das Unternehmen im sehr wichtigen brasilianischen Markt mit größeren Herausforderungen konfrontiert.

Der Auftragseingang der MAN Gruppe lag im 1. Halbjahr bei 7,7 Mrd € und damit leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Grund dafür ist der Rückgang des Auftragseingangs im Geschäftsfeld Commercial Vehicles. Er erreichte 5,8 Mrd € und lag damit um 6 % unterhalb des Vorjahres. Dies ist auf einen erheblichen Rückgang der Aufträge bei MAN Latin America zurückzuführen. Dort verbuchte das Unternehmen im 1. Halbjahr 2014 Bestellungen im Wert von 1,2 Mrd € – rund 400 Mio € weniger als im Vorjahr. Diese Entwicklung hatte sich bereits im 1. Quartal abgezeichnet. Grund dafür ist nach wie vor die konjunkturelle Abschwächung. Bei MAN Truck & Bus lag der Auftragseingang im Gegensatz dazu mit 4,7 Mrd € um 2 % über dem Vorjahreszeitraum.

Der Auftragseingang im Geschäftsfeld Power Engineering erreichte 1,9 Mrd € und lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Die Bestellungen bei MAN Diesel & Turbo stiegen um 80 Mio € auf 1,7 Mrd €. Dies ist einer leichten Markterholung im Marine-Bereich zu verdanken, die Rückgänge im Geschäftsbereich Turbomachinery konnten damit mehr als kompensiert werden.

Der Umsatz der MAN Gruppe ging im 1. Halbjahr 2014 um 12 % auf 6,7 Mrd € zurück. MAN Truck & Bus erwirtschaftete einen Umsatz von 3,9 Mrd €. Der Umsatz von MAN Latin America sank aufgrund der genannten Marktentwicklung auf 1,2 Mrd €. MAN Diesel & Turbo verbuchte einen Umsatz von 1,4 Mrd €, Renk erreichte 216 Mio €.

Stark verbessert zeigt sich das Operative Ergebnis der MAN Gruppe, trotz eines deutlich geringeren Umsatzes. Es erreichte in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 222 Mio € – im 1. Halbjahr 2013 hatte MAN noch ein stark negatives Operatives Ergebnis von –123 Mio € ausgewiesen. Damals belasteten Vorsorgen für ein noch nicht abgeschlossenes Kraftwerksprojekt bei MAN Diesel & Turbo das Konzernergebnis stark. Im 1. Halbjahr 2014 erzielte MAN Diesel & Turbo nun wieder ein positives Operatives Ergebnis von 88 Mio €, Renk erreichte 26 Mio €. Damit ergibt sich für das Geschäftsfeld Power Engineering ein Operatives Ergebnis von 114 Mio €. Im Geschäftsfeld Commercial Vehicles lag das Ergebnis mit 150 Mio € auf Vorjahresniveau. MAN Truck & Bus profitierte von gestiegenen Margen im Lkw-Bereich und verbesserte sein Operatives Ergebnis von 44 Mio € im Vorjahreszeitraum auf jetzt 79 Mio € im 1. Halbjahr 2014. Bei MAN Latin America führten der rückläufige Umsatz und die ungünstigen Währungseffekte zu einem Rückgang des Operativen Ergebnisses auf 67 Mio €. Das Vorsteuerergebnis der MAN Gruppe betrug 158 Mio €, das Nachsteuerergebnis 92 Mio €.

Für das Jahr 2014 erwartet MAN ein etwas stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft als im Vorjahr. Allerdings bestehen weiterhin Unsicherheiten in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere aufgrund der anhaltenden Staatsschuldenkrise in Europa und politischer Instabilitäten, vor allem im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise. Sorge bereitet zudem die konjunkturelle Entwicklung in Brasilien, die das Management aufmerksam beobachtet. Der Geschäftsverlauf der ersten beiden Quartale 2014 veranlasst MAN zu der Einschätzung, dass der Umsatz auf Gruppenebene im Gesamtjahr spürbar unter dem Vorjahreswert liegen dürfte. Jedoch erwartet MAN ein deutlich höheres Operatives Ergebnis. Die Operative Rendite wird deutlich über dem Wert von 2013 liegen.