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Erste Euro-6-Löschfahrzeuge vorgestellt

MAN bietet Feuerwehren Motoren von Euro 3 bis Euro 6 an

Erstmals stellten Hersteller von Feuerwehrfahrzeugen ihre Löschgruppenfahrzeuge in der Euro-6-Ausführung vor. Sie wählten dafür MAN-Chassis. Die österreichische Firma Rosenbauer realisiert es auf einem Allradchassis MAN TGM 18.340 4x4 BB. Bei der in Deutschland ansässigen Firma Ziegler stellt ein MAN TGM 13.290 4x4 BL die Grundlage dar. Weitere Aufbauhersteller werden in Kürze folgen und ihre Produkte auf MAN präsentieren. Somit ist MAN als erster Nutzfahrzeughersteller in der Lage, seit Herbst 2013 den Feuerwehren Chassis für Einsatzfahrzeuge anzubieten, die alle Abgaseinstufungen von Euro 3 bis Euro 6 abdecken.

Die Einführung der emissionsarmen Euro-6-Fahrzeuge mit ihrer sehr effektiven, aber technologisch anspruchsvollen Abgasreinigungsanlage stellt die Aufbauhersteller vor neue Herausforderungen. Sie müssen den erhöhten Platzbedarf für die im Vergleich zu Euro 5 größeren Komponenten wie Abgasanlage und AdBlue-Tank berücksichtigen.

Bei Feuerwehrfahrzeugen belegen die tief gezogenen Geräteräume zwischen den Achsen sowie der beidseitige Einstieg in die verlängerte Mannschaftskabine den Platz seitlich am Rahmen. Die bei einem Standard-Fahrgestell dort üblicherweise befestigten Komponenten wie Luftansaugung, Batteriekasten und Abgasanlage müssen deshalb verlegt werden. Technologische Zwänge schränken jedoch bei Euro 6 die gestalterischen Freiräume bei der Verlegung ein. In enger Abstimmung von Fahrgestellhersteller MAN und Aufbauherstellern ist es gelungen, hierfür eine Lösung zu konstruieren, so dass die verschiedenen Einstiegssysteme wie Stufen, Klapptritte oder Drehtreppe wie gewohnt weiterhin angeboten werden können. Ebenso bleibt der Stauraum in den seitlich tief gezogenen Geräteräumen zur ergonomisch optimierten Entnahme der Beladung erhalten. Die Luftansaugung liegt mittig auf dem Rahmen unter der verlängerten Mannschaftskabine im Bereich des vorderen Sitzkastens. Der kompakte Abgasschalldämpfer kann bei MAN-Feuerwehrfahrgestellen der Baureihen TGL und TGM weiter nach hinten versetzt und bzw. oder um 90 Grad gedreht montiert werden. Den zehn Liter fassenden AdBlue-Behälter darf der Aufbauhersteller mittels einer verlängerten Förderleitung aufbaufreundlich flexibel versetzen. So lassen sich die bisher gewohnten Einstiege in die Mannschaftskabine weiterhin realisieren.

Auch für Einsatzfahrzeuge, bei denen der Kunde die von MAN serienmäßig angebotene Doppelkabine wählt, sind die Euro-6-Komponenten so optimal angeordnet, dass die Feuerwehrgeräteindustrie ihre Aufbauten aufsetzen kann.

Für MAN-Einsatzfahrzeuge mit Euro-6-Abgaseinstufung ist das bei Euro 5 zu Jahresbeginn 2013 eingeführte spezielle Schaltprogramm des automatisierten Getriebes MAN TipMatic ebenfalls verfügbar. Es zeichnet sich durch eine zügigere Beschleunigung sowie eine spezielle Rückschaltstrategie auf der Alarmfahrt aus.

In einigen Ländern wie Deutschland, Österreich und England besteht die Möglichkeit, auch im Jahr 2014 mit einer Ausnahmegenehmigung Einsatzfahrzeuge noch in der Euro-5-Ausführung zu beschaffen und zuzulassen.