MAN SE  |  Investor Relations 

Hauptversammlung 2014: MAN ist zurück in der Gewinnzone

Aktionäre erhalten Garantiedividende in Höhe von 3,07 € Aktie

Auf der Hauptversammlung des Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzerns MAN in Hannover äußerte sich Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Sprecher des Vorstands der MAN SE, angesichts der leichten wirtschaftlichen Erholung in vielen der für MAN relevanten Märkte zuversichtlich. „Der Geschäftsverlauf des 1. Quartals 2014 bestätigt uns in der Annahme, dass der Umsatz der MAN Gruppe im Gesamtjahr leicht unter dem Vorjahreswert liegen dürfte. Jedoch erwarten wir ein deutlich höheres Operatives Ergebnis. Die Operative Rendite wird demgemäß deutlich über dem Wert von 2013 liegen“, sagte er vor versammelten Aktionären. Allerdings bliebe abzuwarten, wie sich die angekündigte restriktive Geldpolitik der US-Notenbank, die Staatsschuldenkrise in Europa und die politischen Instabilitäten in der Ukraine auswirken würden.

Das erste Quartal 2014 brachte MAN nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2013 wieder zurück in die Gewinnzone. „Es deutet vieles darauf hin, dass sich die dunklen Wolken am Himmel zumindest ein wenig lichten. Wir sehen dem Geschäftsjahr verhalten optimistisch entgegen, auch wenn wir von eitel Sonnenschein noch etwas entfernt sind“, sagte Pachta-Reyhofen in seiner Rede. Herausfordernd sei derzeit etwa der für MAN wichtige brasilianische Nutzfahrzeugmarkt. Bei MAN Latin America habe es einen spürbaren Auftragsrückgang gegeben, außerdem machten sich ungünstige Währungseffekte in den Zahlen deutlich bemerkbar. In Europa hingegen habe sich das wirtschaftliche Umfeld positiv entwickelt. Allerdings, so sagte Pachta-Reyhofen weiter, sei der Markt noch immer von einem Vorzieheffekt geprägt, der durch die Einführung der Abgasnorm Euro 6 zum 1.1.2014 aufgetreten war.

Vor dem Hintergrund des schwierigen Geschäftsjahrs 2013 mit einem Nachsteuerergebnis von -513 Mio € schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 14 Cent je Aktie vor. Außenstehende Aktionäre erhalten aber in jedem Fall die im Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Truck & Bus GmbH, Wolfsburg, festgelegte Garantiedividende in Höhe von 3,07 € pro Stamm- oder Vorzugsaktie.

MAN sei gut aufgestellt. „Das Jahr 2013 war ein Jahr mit Licht und Schatten. Eines wurde dabei aber sehr deutlich: Wenn die ökonomischen Rahmenbedingungen stimmen, wenn wir unsere Trümpfe voll ausspielen können, dann sind wir erfolgreich“, sagte Pachta-Reyhofen. Grund dafür seien neben den engagierten Mitarbeitern und guten Marktpositionen vor allem auch zuverlässige und innovative Produkte.

Einen Schwerpunkt legte der Vorstandssprecher in seiner Rede auf das Thema Erdgas. Der Energieträger stehe seit geraumer Zeit für zahlreiche Aktivitäten in den Geschäftsfeldern Commercial Vehicles und Power Engineering. Gas, sagte Pachta-Reyhofen weiter, sei der Kraftstoff der Zukunft in der Schifffahrt und auch für den Nutzfahrzeugbereich von großer Bedeutung. So ist MAN Weltmarktführer auf dem Gebiet der Erdgasbusse, aber auch für Lkw könnte diese Antriebsart auf mittlere Sicht eine Alternative zum Dieselmotor sein.

Die Energiewende in Deutschland und der damit verbundene Trend zur dezentralen Energieversorgung biete für MAN große Chancen: „Der Strom muss zukünftig erzeugt werden, wo und wann er gebraucht wird. Hier haben wir mit unseren Kraftwerkslösungen – und hier speziell mit unseren Motoren, Gas- und Dampfturbinen – die perfekten Produkte im Angebot. Etwa für Blockheizkraftwerke großer Unternehmen.“

Als eine mögliche Antwort auf das dringliche Problem der Speicherung von überschüssiger erneuerbarer Energie verwies Pachta-Reyhofen auf die sogenannte „Power-to-Gas“-Methode. Dabei kann beispielsweise Wind- oder Solarstrom absolut klimaneutral in künstliches Erdgas umgewandelt werden. „Das so produzierte, synthetische Erdgas lässt sich dann ganz normal in das bereits bestehende Erdgasnetz einspeisen und speichern. Deutschland verfügt über große Gasspeicheranlagen, die dazu gut geeignet sind. Außerdem kann das Gas in Pipelines unterirdisch dorthin transportiert werden, wo es gebraucht wird. Beispielsweise von der Nordsee nach Bayern. Große und teure Stromtrassen quer durch die Landschaft, wie sie derzeit in Diskussion sind, werden dazu nicht benötigt.“ MAN, so Pachta-Reyhofen, sei wie kein zweites Unternehmen an der gesamten Wertschöpfungskette dieses Verfahrens beteiligt: von Getrieben für Windräder über Technologie zu Erdgasherstellung und -transport bis hin zu Anwendungen wie Erdgasbussen und Gaskraftwerken. Das sei unter anderem mit dem diesjährigen Motto des Geschäftsberichts „Wir sind Zukunft.“ gemeint.

Live-Übertragung der Hauptversammlung

Bilder von der Hauptversammlung