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MAN News für die Truck Racing Championship 2011

Neue Rennprofis bei den MAN-Teams sorgen für gespannte Erwartung, neue Reifen-Regeln für mehr Fairness.

Am Osterwochenende starten die Truck Racer in Donington (UK) in eine spannende Saison 2011. Mehr als 20 Fahrer messen sich im Starterfeld der FIA Truck Racing Championship, der weitaus größte Teil vertraut auf Renntrucks mit MAN-Technik. Der aktuelle Champion Antonio Albacete, mit drei Europameistertiteln erfolgreichster Akteur im Starterfeld, ist mit der Startnummer 1 im Cepsa-MAN unterwegs.

Björn Loose, Head of Marketing bei MAN Truck & Bus und verantwortlich für den Motorsport, erwartet eine ereignisreiche Saison: "Topmotivierte Fahrer und starke MAN-Fahrzeuge werden die Motorsportfans in der Truck Racing Championship 2011 begeistern! Zielsetzung ist natürlich die Titelverteidigung."

Der Kalender der FIA-Meisterschaft umfasst in diesem Jahr zehn Läufe, das Finale findet am zweiten Oktoberwochenende in Le Mans (Frankreich) statt. Zum Deutschen Truck Grand Prix auf dem Nürburgring, traditionell der Saisonhöhepunkt, kommt der Tross vom 8. bis 10. Juli. Truck Racing wird im TV-Sender Sport1 eine eigene Sendung bekommen, die jeweils am Samstagvormittag Truck-Racing-Atmosphäre überträgt.

Die MAN-Teams der Saison 2011

Der Job von Antonio Albacete in dieser Saison: Titelverteidigung. Dieses Ziel geht er unverändert im Cepsa-MAN an. Seit seinem Wechsel in die seriennahe Race Class vertraut der Madrilene auf das eingespielte Team von Lutz Bernau, das für den Bau der schnellen und zuverlässigen Renntrucks verantwortlich ist. Gemeinsam mit den Cepsa-Mechanikern erledigt Bernau auch Wartung und Service an den Rennwochenenden. Die unbedingte Zuverlässigkeit seines MAN war für Albacete eine wichtige Basis auf dem Weg zum dritten Titelgewinn 2010: Als einziger der Top-Fahrer konnte der Spanier in allen Wertungsläufen punkten.

Der erfolgreichste deutsche Akteur Jochen Hahn – dritter des Endklassements 2010 – kündigte frühzeitig an, dass er 2011 mit seinem schwarzen Race-Truck als “MAN in Black” starten wird. Zwei weitere Teams bauen auf das technische Know-how des Rennstalls aus dem Schwarzwald: Die Kooperation mit dem ungarischen Oxxo-Team wird 2011 verlängert. Dort übernimmt Zoltan Birnbauer das Cockpit des MAN. Der mehrfache finnische Meister Mika Mäkinen kommt ebenfalls neu hinzu. Er testete im letzten Jahr bei Hahn für zwei Rennen einen gemieteten MAN-Renntruck. Fahrzeug und Service überzeugten offensichtlich, denn in dieser Saison bestreitet der Finne die komplette Europameisterschaft.

Spannend war die Frage, wer den jeweils zweiten MAN TGS Renntruck von Truck Sport Bernau und dem Truck Race Team Allgäuer pilotieren wird. Der russische Motorsportler Alexander Lvov wird die dritte Saison in Folge beim Team Allgäuer im charakteristisch gelben MAN fahren. Allgäuer verpflichtete außerdem den früheren Europameister und vielfachen britischen Champion Stuart Oliver. Lutz Bernau machte das Rennen um den Rookie Uwe Nittel und verpflichtete den früheren Rallye-Vize-Weltmeister für die Truck Racing Saison 2011.

Neu in 2011: Reifen-Reglement und Sicherheitsdetails

Die gravierendste Änderung im Reglement 2011 betrifft die Reifen, die im vergangenen Jahr für reichlich Diskussionsstoff gesorgt haben. Die beteiligten Teams einigten sich mit der FIA auf eine Lösung, welche in der Spitzengruppe Chancengleichheit garantieren soll: Die Fahrer, die im jeweils aktuellen Klassement in den Top Ten sind, müssen 2011 an einer Reifenlotterie teilnehmen. An jedem Renntag werden jedem Truck sechs Reifen zugelost, die im Zeittraining und den Rennen gefahren werden müssen. FIA Technical Delegate Ross Garrett wird die individuellen Nummern der Pneus notieren, die den Teams zugelost werden, und um alle Manipulationsmöglichkeiten auszuschließen, sind in den Reifen sogar Mikrochips eingegossen. Während der ganzen Saison gibt es sechs „Joker-Reifen“, die zum Beispiel nach einem Reifenplatzer abgerufen werden können.

Für Rennstallbesitzer Egon Allgäuer ist die Reifenfrage jetzt vor dem Saisonstart eine der wichtigsten: „Nach meiner Überzeugung ist es von zentraler Bedeutung, dass das Reglement in Sachen Reifen für Chancengleichheit sorgt.”

Weitere Änderungen im technischen Reglement betreffen die Sicherheit. Als Beispiele führt Ross Garrett Regeländerungen für das Design des Überrollkäfigs an, an den Seitenfenstern sind Fangnetze vorgeschrieben und gegen hochwirbelnde Steine müssen die Trucks dieses Jahr Spritzlappen montieren.

Während die Silhouetten mit den vorgeschriebenen Kabinen aus Serienproduktion für 2011 weit gehend gleich bleiben, tüftelten die MAN-Motorenspezialisten am Feinschliff. „Wir haben in der Winterpause weniger an der Hardware gearbeitet, sondern in erster Linie die Motorelektronik gründlich überarbeitet und modifiziert“, berichtet Artur Klein, der bei MAN im Motorenentwicklungszentrum Nürnberg für die Vorbereitung der Renntriebwerke verantwortlich ist. „Die Leistung bleibt mit rund 1250 PS nahezu unverändert, dieser Wert wird vom vorgeschriebenen Restriktor begrenzt. Aber wir konnten den Drehmomentverlauf noch einmal optimieren, was zu einem deutlich besseren Ansprechverhalten geführt hat. Darüber hinaus kann das Maximum in den aktuellen Motoren über einen breiteren Drehzahlbereich abgerufen werden“.

Die Teamchefs sehen der Renn-Saison mit Spannung entgegen. Egon Allgäuer freut sich auch auf das teaminterne Duell seiner beiden Fahrer: „Ich bin gespannt, wer sich besser in Szene setzen kann. Der kampferprobte Stuart Oliver mit all seiner Routine, oder Alexander Lvov, der eher taktisch fährt.“

Lutz Bernau ist überzeugt, dass die Konkurrenz in diesem Jahr noch einmal härter sein wird: „Wir haben gesehen, dass die neuen Konkurrenten im vergangenen Jahr einen starken Antritt hatten und in der Winterpause sicher hart gearbeitet haben. Das wird in der Fahrer- und in der Teamwertung eine spannende Angelegenheit.“

Tests in Nogaro (F): Die Ingenieure um Rennmotoren-Experte Artur Klein (re.) erreichten ein breiteres Drehzahlband, in dem volles Motordrehmoment zur verfügung steht. Im Dialog mit Stefan Honens vom Team Hahn.

Vor-Saison-Tests in Nogharo (F): Nasse Pisten, neue Fahrer, neue Luftführung an den Frontschürzen.

Ross Garrett, Technical Delegate der FIA, überwacht die neue Reifenregelung und die Einhaltung der technischen Vorschriften.

Um die Chancengleichheit zu garantieren, modifizierte die FIA das Reifen-Reglement. Die Top-10-Teams müssen sich jetzt an einer Reifenlotterie beteiligen.

Der zehnfache britische Meister Stuart Oliver fährt 2011 einen der gelben MAN Racetrucks im Team Allgäuer.

Neuer Stammplatz: Ex-Rallyeprofi Uwe Nittel fährt 2011 einen von Lutz Bernau aufgebauten MAN.

MAN Saison 2011 Racetruck des Teams Cepsa, Champion Antonio Albacete startet mit der Nr. 1.

MAN Saison 2011 Racetruck des Teams Lutz Bernau.

MAN Saison 2011 Racetruck des Teams Allgäuer.

MAN Saison 2011 Racetruck des Teams Hahn Racing.