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MAN Truck Racing vorgestellt

Fünf Fragen an Björn Loose, Marketingchef bei MAN Truck & Bus und gleichzeitig verantwortlich für den Bereich Motorsport.

1. Nutzfahrzeug und Motorsport – was macht aus Ihrer Sicht die besondere Faszination dieser Kombination aus?

Truck Racing ist Motorsport XXL. Die Trucks haben mehr als das 10-fache Drehmoment eines Formel 1-Boliden. Die Turbo-aufgeladenen Diesel bringen also eine gewaltige Beschleunigung auf den Asphalt – das spüren die Zuschauer in der Magengrube. Die Bremsen sind wassergekühlt und die Reifen knapp 32 Zentimeter breit. Auf der Strecke wird es richtig eng, wenn sich drei Race Trucks vor einer Kurve treffen – da ist Spannung garantiert. Zur be-sonderen Faszination trägt auch die Atmosphäre bei Rennen wie dem Truck Grand Prix am Nürburgring bei, das sind richtige Truckerfestivals.

2. Worin liegt die Motivation des Nutzfahrzeug-Herstellers MAN, sich so stark im Motorsport zu engagieren?

Die Renntrucks begeistern einfach jeden, der etwas mit Lkw zu tun hat: Jeder Trucker weiß, gerade im Antrieb steckt Serientechnik, und die Fahrer kommen oft aus der Branche. Für uns ist das Kundennähe par excellence. Insbesondere die FIA European Truck Race Challenge ist überall dort zuhause, wo es unsere Markenfans auch sind – in den internationalen Absatzmärkten.

3. Ein sportliches Image verbindet man nicht unbedingt mit dem Image einer NFZ-Marke. Ist das Motorsport-Image dennoch bei der Markenentwicklung hilfreich?

Auch Nutzfahrzeugmarken werden ähnlich emotional wahrgenommen wie Auto-Marken. Auch eine Branche, die mit dem spitzen Bleistift rechnet, besteht aus Markenfans, die sich für Motoren, Geschwindigkeit und sauberen Wettbewerb begeistern. Über den Truckrennsport laden wir die Marke MAN emotional auf. Gleichzeitig bieten die Rennwochenenden die Gelegenheit, direkt mit unseren Fans in Kontakt zu kommen.

4. Was macht Motorsport mit NFZ so anders und vielleicht attraktiver, spannender im Vergleich zu anderen Motorsport-Serien?

Die Trucks, die heute in der European Truck Championship gegeneinander antreten, sind in vielen Bereichen seriennahe Fahrzeuge. Das macht es für viele engagierte Teams möglich, in dieser Rennserie aktiv zu sein und beispielsweise eigene Fahrwerksentwicklung zu betreiben. Wir sehen hier anfassbaren Rennsport, anders als etwa bei der Formel 1 können die Fans nah an die Boxen heran, und die Fahrer werden nicht von einer Security abgeschirmt.

5. Fließen die Erfahrungen aus dem Motorsport ins Alltagsgeschäft, beispielsweise bei der technischen Entwicklung ein?

Den Technologietransfer gibt es: In Nürnberg ist unsere Rennmotorenentwicklung eng verzahnt mit den Ingenieuren, die an der nächsten Generation der Serienmotoren arbeiten. Die extreme Belastung im Rennsport liefert Informationen, die wir in der Entwicklung nutzen, zum Beispiel um die Zuverlässigkeit unserer Serientechnik weiter zu erhöhen. Ein herausragendes Ziel verbindet den Motorsport und unsere Serienfahrzeuge: Wir wollen die Effizienz unserer Produkte kontinuierlich erhöhen. Auch hier gewinnen wir im Motorsport wichtige Erkenntnisse für den Alltag auf der Straße.