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MAN investiert in die Zukunft des Unternehmens

Europäischer Nutzfahrzeugmarkt im Aufwind – Situation in Brasilien nach wie vor angespannt

Um in Zukunft auf Marktschwankungen besser reagieren zu können und die Wettbewerbsfähigkeit weiterhin auf hohem Niveau zu halten, nimmt der Nutzfahrzeug- und Maschinenbauer MAN seine gegenwärtigen Kostenstrukturen in Angriff und stellt sich deutlich effizienter auf. Dazu hat das Unternehmen ein gruppenweites Effizienzprogramm auf den Weg gebracht. Teil davon ist die Neuordnung der Lkw-Produktion und die Verschlankung der Verwaltung bei MAN Truck & Bus. Diese Maßnahmen sind zunächst mit finanziellen Aufwendungen verbunden, die sich als Vorsorgen größtenteils im abgelaufenen Quartal bemerkbar gemacht haben. Auch die nach wie vor angespannte Lage in Brasilien beeinflusste die Geschäftszahlen deutlich negativ, während der europäische Nutzfahrzeugmarkt wieder im Aufwind begriffen ist.

Diese gegenläufigen Entwicklungen führten dazu, dass der Auftragseingang im Geschäftsfeld Commercial Vehicles im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur moderat um 3 % zurückging und 5,6 Mrd € erreichte. Während bei MAN Latin America der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 % auf 593 Mio € einbrach, konnte MAN Truck & Bus mit 5,1 Mrd € wieder einen um 9 % gestiegenen Auftragseingang vermelden. Das Geschäftsfeld Power Engineering erreichte einen Auftragseingang von 1,9 Mrd €. Er liegt damit ebenfalls rund 3 % unter dem Vorjahreszeitraum. MAN Diesel & Turbo nahm Bestellungen in Höhe von 1,6 Mrd € in die Bücher, Renk erzielte in den ersten sechs Monaten einen Auftragseingang von 293 Mio €.

Der Umsatz der MAN Gruppe lag im 1. Halbjahr 2015 mit 6,7 Mrd € auf Vorjahresniveau. MAN Truck & Bus erwirtschaftete einen Umsatz von 4,4 Mrd €. Der Umsatz von MAN Latin America sank auf 593 Mio €. MAN Diesel & Turbo verbuchte einen Umsatz von 1,6 Mrd € – ein Plus von 11 %. Renk erreichte 240 Mio €.

Trotz der starken Belastungen aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation in Brasilien und der Restrukturierungsaufwendungen bei MAN Truck & Bus in Höhe von 170 Mio € erwirtschaftete die MAN Gruppe im 1. Halbjahr 2015 noch ein positives Operatives Ergebnis von 15 Mio €.

Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Sprecher des Vorstands der MAN SE, ordnet diese Zahlen ein: „Natürlich ist es nicht leicht, grundlegende und kostenintensive Zukunftsmaßnahmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten anzustoßen. Allerdings sind wir davon überzeugt, dass wir hier und heute handeln müssen, um MAN fit für die Zukunft zu machen.“

Das Operative Ergebnis des Geschäftsfelds Commercial Vehicles verschlechterte sich von 150 Mio € im Vorjahreszeitraum auf –74 Mio € im 1. Halbjahr 2015. MAN Truck & Bus verzeichnete ein Operatives Ergebnis von –49 Mio €. Ohne Aufwendungen für das Zukunftsprogramm hätte es mit 121 Mio € um 53 % über dem Vorjahreszeitraum gelegen. Bei MAN Latin America sank das Operative Ergebnis aufgrund des deutlich geringeren Absatzvolumens auf –21 Mio €. Das Operative Ergebnis des Geschäftsfelds Power Engineering erhöhte sich hingegen auf 135 Mio €. Dazu steuerte MAN Diesel & Turbo 93 Mio €, Renk 43 Mio € bei.

Für das Jahr 2015 erwartet der Vorstand ein Wachstum der Weltwirtschaft auf Vorjahresniveau. Risiken bestehen u.a. in geopolitischen Konflikten. Unsicherheiten ergeben sich außerdem aus der Volatilität der für MAN wesentlichen Währungen. Im Geschäftsfeld Commercial Vehicles erwartet das Unternehmen aufgrund der Marktsituation in Brasilien für das Jahr 2015 einen Absatz deutlich unter Vorjahresniveau, der Umsatz wird den Vorjahreswert nicht ganz erreichen. Das Operative Ergebnis wird vor allem aufgrund der Aufwendungen für das Restrukturierungsprogramm bei MAN Truck & Bus negativ ausfallen. Entsprechend wird das Geschäftsfeld Commercial Vehicles eine negative Operative Rendite ausweisen.

Für das Geschäftsfeld Power Engineering erwartet der Vorstand im Geschäftsjahr 2015 den Auftragseingang leicht unter dem Vorjahreswert, der durch einen Großauftrag geprägt war. Der Umsatz sollte in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen. Das Operative Ergebnis und die Operative Rendite werden sich leicht verbessern. In den aktuell stagnierenden Märkten bleibt der anhaltend hohe Wettbewerbsdruck auch 2015 eine Belastung. Daher geht das Management von einer Operativen Rendite im höheren einstelligen Bereich aus.

Für die MAN Gruppe resultiert hieraus ein Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau. Das Operative Ergebnis wird vor allem durch die Restrukturierungsaufwendungen stark belastet. Die Operative Rendite wird sich gegenüber dem Vorjahr mehr als halbieren.

Konzernzwischenbericht zum 2. Quartal 2015