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Münchner Geschichten: MAN, SWM und MVG vereinbaren Innovationspartnerschaft

In Sachen Emissionsfreiheit arbeiten die Stadtwerke München (SWM), die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und MAN Truck & Bus künftig zusammen.

Im Zuge der Entwicklung eines eBusses zeigte MAN Truck & Bus auf der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge unter anderem ein modulares Konzeptfahrzeug eines Elektro-Gelenkbusses.

Den Bestrebungen der Städte, Emissionen im ÖPNV auf ein Minimum zu reduzieren, folgend befasst sich MAN Truck & Bus bereits seit Jahren mit alternativen Antrieben in Stadtbussen. Für den nächsten Schritt in Richtung eMobility hat der Nutzfahrzeughersteller nun eine Innovationspartnerschaft mit den Stadtwerken München und der Münchner Verkehrsgesellschaft geschlossen. Beide spielen seit Jahren eine aktive Rolle bei der Entwicklung alternativer Antriebe in Nutzfahrzeugen durch unter anderem Testeinsätze von Prototypen-Fahrzeugen im Betriebsalltag in München. Dieses langjährige Engagement wird eindrucksvoll von der Tatsache unterstrichen, dass bereits 1972 ein MAN Elektrobus in München während der Olympischen Spiele im Einsatz war.

Im Rahmen dieser vereinbarten Zusammenarbeit wollen die Partner die Entwicklung von Linienbussen mit alternativen Antrieben gemeinsam vorantreiben. Die Partnerschaft setzt bereits bei der Definition von Anforderungen und möglichen Fahrzeugkonzepten an. Geplant sind dazu unter anderem gemeinsame Workshops, bei denen SWM und MVG insbesondere ihre Expertise als Busbetreiber einbringen werden. Die Ergebnisse dieses Austausches fließen bei MAN in die geplante Entwicklung erster Prototypen-Fahrzeuge mit batterieelektrischem Antrieb ein. 2019 könnten diese Busse im MVG-Netz in München erstmals in den Testeinsatz gehen und unter realen Bedingungen im Linienbetrieb erprobt werden.

Ingo Wortmann, SWM Geschäftsführer Verkehr und MVG-Chef: „Elektrobusse sind unser Ziel. Mittelfristig wollen wir weg vom Diesel, um unabhängig vom Öl zu sein und noch ein Stück umweltfreundlicher zu werden. Unsere Innovationspartnerschaft mit MAN ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg. Um dem Elektrobus zum Durchbruch zu verhelfen, benötigen wir serienreife und finanzierbare Fahrzeuge, die wir auch wirtschaftlich einsetzen können. Kurz gesagt muss sich der Elektrobus also mit dem Dieselbus messen lassen. Daher ist es sinnvoll, wenn Betreiber wie wir, die mit einem leider eng begrenzten Budget möglichst viel ÖPNV anbieten möchten und müssen, und die Hersteller so eng wie möglich kooperieren. Ich freue mich daher auf das gemeinsame Projekt mit MAN.“

„Unsere Vertriebskollegen schätzen, dass MAN 2030 rund 60 Prozent der Stadtbusse rein elektrisch verkaufen wird“, unterstreicht Dr. Götz von Esebeck, Hauptabteilungsleiter eMobility bei MAN Truck & Bus, die Bedeutung des Elektro-Antriebs. „Es wird sicher so etwas wie einen Wendepunkt oder ,Tipping Point‘ geben, ab dem sich der Markt rasant entwickelt. Das wird auch durch den Pkw-Bereich getrieben, für den es ja bereits klare Ankündigungen für eine schnellere Gangart gibt. Irgendwann ist es dem Bürger nicht mehr vermittelbar, dass ein Bus oder Lkw nicht elektrisch läuft, wenn es alle anderen Fahrzeuge tun.“ Die eMobility Roadmap von MAN sieht den Start der Serienproduktion rein elektrischer Stadtbusse für Ende 2019 vor.