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Ökonomische Rahmenbedingungen bleiben weiterhin schwierig

Konzernzwischenbericht zum 1. Quartal 2013

Liebe Aktionärinnen,
liebe Aktionäre,

das abgelaufene Geschäftsjahr hat MAN vor große Herausforderungen gestellt. Trotz anhaltender Nutzfahrzeugflaute ist es uns aber gelungen, im Jahr 2012 ein respektables Operatives Ergebnis in Höhe von knapp einer Milliarde Euro zu erwirtschaften. Die Euro-Krise und die Einführung der Euro V-Abgasnorm im wichtigen brasilianischen Markt führten zu einer deutlich spürbaren Verunsicherung unserer Kunden. Kaufzurückhaltung und ein verschärfter Wettbewerb waren die Folge. Das Geschäftsfeld Power Engineering leistete einen stabilen Beitrag zum Gruppenergebnis, jedoch war auch hier ein Nachfragerückgang nach Schiffsdieselmotoren und Turbomaschinen zu verzeichnen.

Im Geschäftsjahr 2013 bleiben die ökonomischen Rahmenbedingungen weiterhin schwierig. So fiel der Auftragseingang im Geschäftsfeld Commercial Vehicles in den ersten drei Monaten um 12 % gegenüber dem Vorjahresquartal auf 3,0 Mrd €. Während bei MAN Truck & Bus die Abnahme um 16 % auf 2,1 Mrd € den erwartet deutlichen Rückgang des europäischen Nutzfahrzeuggeschäfts widerspiegelt, sehen wir bei MAN Latin America seit einigen Monaten wieder eine Belebung. Die gebuchten Aufträge in Höhe von 0,8 Mrd € lagen in etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Die Bestellungen im Geschäftsfeld Power Engineering blieben mit einem Auftragseingang von 0,8 Mrd € um 0,2 Mrd € unter dem Vorjahreswert. Bei MAN Diesel & Turbo gingen die Aufträge um 20 % auf 0,7 Mrd € zurück, was hauptsächlich auf den Geschäftsbereich Power Plants zurückzuführen war. Renk verbuchte in den ersten drei Monaten einen soliden Auftragseingang von 116 Mio € (134 Mio €).

Der Umsatz der MAN Gruppe nahm im 1. Quartal 2013 um 8 % auf 3,6 Mrd € ab. Bei MAN Truck & Bus lag der Umsatz in Höhe von 1,9 Mrd € um 9 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Auch hier wurde der deutliche Rückgang des europäischen Nutzfahrzeugmarkts spürbar. MAN Latin America erreichte im 1. Quartal 2013 mit 0,8 Mrd € in etwa den Umsatz des Vorjahres. Der leicht positive Absatztrend der letzten neun Monate konnte fortgeführt werden. Im Geschäftsfeld Power Engineering sanken die Umsätze – vor allem aufgrund der geringeren Nachfrage nach Motoren für Handelsschiffe – in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10 % auf 0,9 Mrd €. Während MAN Diesel & Turbo um 13 % unter dem Vorjahreswert lag, konnte Renk seinen Umsatz um 17 % auf 123 Mio € steigern.

Die anhaltende Marktschwäche im Nutzfahrzeugsegment und in der Schiffbaubranche sowie eine hohe Belastung durch die Bildung zusätzlicher projektbezogener Vorsorgen im Geschäftsbereich Power Plants führen zu einem negativen Operativen Ergebnis der MAN Gruppe in Höhe von –82 Mio € gegenüber 254 Mio € im Vorjahr. Daraus errechnet sich eine Umsatzrendite von –2,3%.

Für das Jahr 2013 erwarten wir nach wie vor keine signifikante konjunkturelle Erholung. Wir gehen von einem rückläufigen Nutzfahrzeuggeschäft in Europa aus, in Brasilien wird der Absatz voraussichtlich wieder steigen. Im Geschäftsfeld Power Engineering wird der Umsatz unter das Niveau des Vorjahres fallen. Die Umsatzrendite der MAN Gruppe wird erheblich unter dem Wert von 2012 liegen.

Der Vorstand hat diverse Maßnahmen in die Wege geleitet, um das Unternehmen in diesem herausfordernden Umfeld auf Kurs zu halten: Im Fokus stehen dabei die Kostenreduktion und Effizienzsteigerung sowohl in der Produktion als auch in Verwaltung, Entwicklung und Vertrieb. Darüber hinaus ermöglicht die mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarte Flexibilisierung der Produktion eine Anpassung an verringerte Absatzvolumina. Mit ausgeprägten Konjunkturschwankungen haben wir in unserer Branche Erfahrung. Generell aber wird die weltweite Nachfrage nach innovativen Lösungen in den Bereichen Transport und Energie weiter zunehmen und ist ein Garant für langfristig profitables Wachstum.

Dr.-Ing. Georg Pachta-Reyhofen
Vorstandssprecher der MAN SE

Zwischenbericht Q1