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Operatives Ergebnis trotz rückläufigem Umsatz deutlich verbessert

Das Münchner Maschinenbau- und Nutzfahrzeugunternehmen MAN sieht dem Gesamtjahr 2014 verhalten optimistisch entgegen. Die Finanzzahlen des 1. Quartals bekräftigen diesen Ausblick. Im bisherigen Jahresverlauf war eine leichte Belebung der Weltwirtschaft zu beobachten, auch wenn diese regional unterschiedlich ausfiel. Sondereffekte, die den Jahresabschluss 2013 der MAN Gruppe noch deutlich getrübt hatten, sind nun Vergangenheit. Vor diesem Hintergrund berichtet MAN trotz eines leicht rückläufigen Auftragseingangs und eines geringeren Umsatzes wieder von einem deutlich höheren Operativen Ergebnis auf Gruppenebene. Alle Bereiche der MAN Gruppe sind in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Die Integration der MAN Gruppe in den Volkswagen Konzern führte zum 1. Quartal 2014 erstmals zu einer Anpassung der Finanzzahlen an die Konzernsystematik. Bisherige Kennzahlen, wie etwa das Operative Ergebnis oder die Umsatzrendite, werden nun teilweise anders definiert bzw. tragen abweichende Bezeichnungen. Damit eine Vergleichbarkeit mit vorangegangenen Berichtsperioden trotzdem möglich ist, wurden die entsprechenden Vorjahreszahlen rückwirkend angepasst.

Der Auftragseingang der MAN Gruppe lag im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres bei 3,7 Mrd € und damit leicht unterhalb des Vorjahresniveaus. Der Auftragseingang des Geschäftsfelds Commercial Vehicles erreichte 2,8 Mrd €. Er lag damit um 7 % unterhalb des Vorjahres. Grund dafür ist ein spürbarer Auftragsrückgang bei MAN Latin America. Die Bestellungen lagen mit 570 Mio € erheblich unter dem Wert des 1. Quartals 2013 in Höhe von 822 Mio €. Zum einen resultierte dies aus der Abwertung des brasilianischen Real, zum anderen hat sich auch das Marktumfeld in Brasilien verschlechtert. Die brasilianische Entwicklungsbank stellt subventionierte Finanzierungen nun deutlich restriktiver zur Verfügung. Der Nutzfahrzeugmarkt ging zurück, auch das Volumen staatlicher Großaufträge nahm ab. Dies alles führte zu einem intensiveren Wettbewerb.

Bei MAN Truck & Bus hingegen lag der Auftragseingang mit 2,3 Mrd € um 3 % über dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Das wieder bessere wirtschaftliche Umfeld in Europa und einige Großaufträge machten sich positiv bemerkbar. Allerdings war der europäische Markt weiterhin durch den Vorzieheffekt im Zusammenhang mit der Einführung der Euro 6-Abgasnorm geprägt.

Das Geschäftsfeld Power Engineering verbuchte einen höheren Auftragseingang. Mit 0,9 Mrd € lag dieser um 7 % über dem der Monate Januar bis März 2013. Die Bestellungen bei MAN Diesel & Turbo stiegen um rund 60 Mio € auf 0,8 Mrd €. Grund dafür ist der Marine-Bereich. Dort zeigt sich eine leichte Markterholung. Der Geschäftsbereich Power Plants verzeichnete ebenfalls höhere Bestellungen. Damit konnten die deutlichen Rückgänge im Geschäftsbereich Turbomachinery aufgefangen werden – ein Vorteil der breit gefächerten Ausrichtung des Unternehmens. Renk nahm Bestellungen in Höhe von 125 Mio € in die Bücher.

Der Umsatz der MAN Gruppe nahm in den ersten drei Monaten 2014 um 13 % auf 3,1 Mrd € ab. MAN Truck & Bus verbuchte einen Umsatz von 1,8 Mrd €. Der Umsatz von MAN Latin America sank aufgrund des sich verschlechternden Geschäftsumfelds im gleichen Zeitraum auf 570 Mio €. MAN Diesel & Turbo erwirtschaftete einen Umsatz von 0,7 Mrd €, Renk erreichte 108 Mio €.

Musste die MAN Gruppe im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2013 ein negatives Operatives Ergebnis von -98 Mio € vermelden, befindet sich das Unternehmen nun mit 68 Mio € wieder deutlich in den schwarzen Zahlen. Grund ist hauptsächlich die Verbesserung bei MAN Diesel & Turbo. Hier hatten Rückstellungen für ein noch nicht abgeschlossenes Kraftwerksprojekt das Konzernergebnis im Vorjahr stark belastet. Im 1. Quartal 2014 erzielte MAN Diesel & Turbo ein Operatives Ergebnis von 33 Mio €, Renk erreichte 14 Mio €. Damit fällt das Ergebnis für das Geschäftsfeld Power Engineering mit 47 Mio € wieder deutlich positiv aus. Aber auch im Nutzfahrzeugbereich erhöhte sich das Operative Ergebnis um 5 Mio € auf 42 Mio €. MAN Truck & Bus konnte sich aufgrund von gestiegenen Margen und Einsparungen bei den Materialkosten von -22 Mio € auf 11 Mio € verbessern. MAN Latin America musste einen Rückgang des Operativen Ergebnisses von 59 Mio € auf 32 Mio € hinnehmen. Die Operative Rendite der MAN Gruppe lag bei 2,2 %. Insgesamt erreichte die MAN Gruppe in den ersten drei Monaten ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 42 Mio €, das Nachsteuerergebnis betrug 28 Mio €.

Für das Jahr 2014 erwartet das Management ein etwas stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft als im Vorjahr. Allerdings bestehen weiterhin Unsicherheiten in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere aufgrund der angekündigten restriktiven Geldpolitik der US-amerikanischen Notenbank, der anhaltenden Staatsschuldenkrise in Europa und politischer Instabilitäten vor allem im Zusammenhang mit der aktuellen Ukraine-Krise. Davon abgesehen, bestätigt der Geschäftsverlauf des 1. Quartals die Annahme, dass der Umsatz der MAN Gruppe im Gesamtjahr leicht unter dem Vorjahreswert liegen dürfte. Jedoch erwartet das Unternehmen ein deutlich höheres Operatives Ergebnis. Die Operative Rendite wird deutlich über dem Wert von 2013 liegen.

Download Konzernzwischenbericht zum 1. Quartal 2014