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Starker Auftragseingang bei Commercial Vehicles durch Vorzieheffekte in Europa

Konzernzwischenbericht zum 3. Quartal 2013: Die MAN Gruppe verbessert sich im 3. Quartal im Vergleich zu den ersten sechs Monaten

Erwartungsgemäß verlief das 3. Quartal 2013 für die MAN Gruppe besser als die ersten sechs Monate. Im Geschäftsfeld Commercial Vehicles verzeichnete das Unternehmen einen deutlichen Auftragszuwachs, welcher in erster Linie auf Vorzieheffekte durch die Euro VI-Einführung in Europa zurückzuführen ist. Das konjunkturelle Umfeld bleibt unterdessen nach wie vor schwierig. Zwar scheint im Euroraum die Rezession überwunden zu sein, die Erholung der Weltwirtschaft kommt aber nach wie vor nur langsam voran.

Der Auftragseingang der MAN Gruppe lag im 3. Quartal 2013 bei 4,3 Mrd € und damit um 22 % über dem Vorjahresquartal. Grund dafür ist ein deutlich erhöhtes Kundeninteresse an Nutzfahrzeugen. Vor allem bei MAN Truck & Bus konnte MAN viele Aufträge in die Bücher nehmen. Ursache hierfür ist eine erhöhte Nachfrage nach den etwas preisgünstigeren Euro V-Fahrzeugen unmittelbar vor der Einführung der verschärften EU-Emissionsnorm Euro VI zum 1. Januar 2014. Der Auftragseingang bei MAN Truck & Bus zeigte sich daher im 3. Quartal 2013 mit 2,7 Mrd € im Vergleich zu 1,8 Mrd € im Vorjahreszeitraum mit einem Plus von 50 % sehr hoch. Bei MAN Latin America nahmen die Bestellungen im 3. Quartal 2013 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ebenfalls zu. Sie übertrafen mit 719 Mio € den Vorjahreswert um 5 %. Günstige Finanzierungskonditionen durch die brasilianische Entwicklungsbank und eine insgesamt hohe Transportnachfrage setzten positive Impulse. Kumuliert lag der Auftragseingang bei Commercial Vehicles in den ersten neun Monaten um 6 % über dem Vorjahr.

Das Geschäftsfeld Power Engineering hingegen litt nach wie vor unter einer zögerlichen Auftragsvergabe aufgrund von anhaltenden konjunkturellen Unsicherheiten und schwierigen Finanzierungsbedingungen. So gingen bei MAN Diesel & Turbo die Bestellungen in den ersten drei Quartalen um 323 Mio € auf 2,3 Mrd € zurück. Renk lag mit 421 Mio € leicht über dem Vorjahreswert.

Der Umsatz der MAN Gruppe lag im 3. Quartal mit 3,7 Mrd € rund 6 % unterhalb des Vergleichszeitraums des Vorjahres. Betrachtet man die ersten neun Monate 2013, fiel er mit 11,2 Mrd € um 3 % geringer aus. Der Umsatz des Geschäftsfelds Commercial Vehicles erreichte im Zeitraum Juli bis September 2013 rund 2,8 Mrd €, Power Engineering trug 0,9 Mrd € zum Umsatz der MAN Gruppe bei.

Das Operative Ergebnis lag im 3. Quartal auf Gruppenebene mit 189 Mio € leicht über Vorjahresniveau. Kumuliert ergibt sich somit nach den ersten neun Monaten ein Operatives Ergebnis von 179 Mio €. Gegenüber dem Vorjahresergebnis von 660 Mio € ist dies ein deutlicher Rückgang. Die Umsatzrendite der MAN Gruppe lag im 3. Quartal bei 5,2 % (Vorjahr 4,8 %) und kumuliert bei 1,6 %, nach 5,7 % im vergangenen Jahr. Die Gründe hierfür liegen im Wesentlichen im Geschäftsfeld Power Engineering. So belasteten vor allem die sehr hohen Vorsorgen für ein noch nicht abgeschlossenes Großprojekt im Kraftwerksbereich die ersten beiden Quartale 2013. Das Geschäftsfeld Commercial Vehicles verzeichnete im 3. Quartal ein Operatives Ergebnis, das mit 97 Mio € dem des Vorjahres entsprach. Ein Rückgang bei MAN Truck & Bus konnte durch Zuwächse bei MAN Latin America ausgeglichen werden. Power Engineering erwirtschaftete ein Operatives Ergebnis von 108 Mio € und lag damit um 4 Mio € über dem Vergleichsquartal 2012.

Gemessen am Operativen Ergebnis und am Auftragseingang fiel das 3. Quartal 2013 für die Gruppe also besser aus als die Vorquartale. „Eine Trendwende kann daraus aber noch nicht abgeleitet werden. Die Vorzieheffekte im europäischen Nutzfahrzeuggeschäft sehen wir mit gemischten Gefühlen. Zwar ist unsere derzeitige Produktionsauslastung dadurch sehr gut und unsere Auftragsbücher sind prall gefüllt; wir müssen aber davon ausgehen, dass uns diese Aufträge in späteren Quartalen fehlen werden. Im Bereich Power Engineering sehen wir noch keine Zeichen für eine marktseitige Verbesserung. Der Handelsschiffbau ist nach wie vor von starken Überkapazitäten geprägt. Konjunkturelle Unsicherheiten und erschwerte Finanzierungsbedingungen beeinträchtigen weiterhin unser Geschäft mit Kraftwerksanlagen und Turbomaschinen“, sagte Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Sprecher des Vorstands der MAN SE.

Für das Geschäftsjahr 2013 bestätigt die MAN Gruppe den Ausblick und geht weiter von einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einem sehr deutlich verringerten Operativen Ergebnis aus. Die Umsatzrendite der MAN Gruppe werde ganz erheblich unter dem Wert von 2012 liegen.