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Starker Auftragseingang in Europa, erheblicher Rückgang in Brasilien

Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN erhält wieder mehr Aufträge. Allerdings verliefen die ersten drei Monate des Geschäftsjahres 2015 regional sehr unterschiedlich. Während in Europa die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen deutlich zunahm, hat sich die Marktsituation in Brasilien weiter verschlechtert. In Mittel- und Südeuropa setzte sich die wirtschaftliche Erholung fort, auch die Wirtschaft zog wieder an. In Osteuropa belastete hingegen der Ukrainekonflikt das ökonomische Umfeld stark. In Brasilien ist derzeit noch keine Erholung absehbar, die Lage dort bleibt angespannt.

Vor diesem Hintergrund lag der Auftragseingang der MAN Gruppe nach den ersten drei Monaten 2015 bei 3,8 Mrd € und damit leicht über dem Niveau des Vorjahres (3,7 Mrd €). Im Geschäftsfeld Commercial Vehicles lagen die Bestellungen im Wert von 2,8 Mrd € in etwa so hoch wie im Vergleichszeitraum. Während MAN Truck & Bus im europäischen Nutzfahrzeuggeschäft eine Auftragssteigerung um 12 % auf 2,5 Mrd € erzielen konnte, gingen die Aufträge bei MAN Latin America aufgrund des verschlechterten Marktumfelds in Brasilien um knapp die Hälfte auf 290 Mio € zurück. Die Wirtschaft im größten Land Südamerikas schrumpfte, von der Regierung eingeleitete Sparmaßnahmen verstärkten diesen Effekt. Zudem standen Nutzfahrzeugkunden staatlich subventionierte Finanzierungen nur noch zu verschlechterten Konditionen zur Verfügung.

Das Geschäftsfeld Power Engineering konnte Aufträge in Höhe von 1,0 Mrd € in die Bücher nehmen. Dieser Wert liegt rund 9 % über dem Vorjahreszeitraum. Die Bestellungen bei MAN Diesel & Turbo nahmen um 5 % auf 0,8 Mrd € zu, bei Renk verbesserte sich der Auftragseingang auf 164 Mio €. Sowohl bei MAN Diesel & Turbo als auch bei Renk ist dieser Anstieg auf jeweils zwei Großaufträge zurückzuführen.

Der Umsatz der MAN Gruppe erreichte mit 3,1 Mrd € im 1. Quartal in etwa die Höhe des Vorjahres. Sowohl im Geschäftsfeld Commercial Vehicles als auch bei Power Engineering blieb der Wert in etwa konstant. Bei MAN Latin America ging der Umsatz von 570 Mio € im Vorjahreszeitraum auf 290 Mio € zurück, der Absatz halbierte sich auf gut 6 000 Fahrzeuge. Bei MAN Truck & Bus nahm der Umsatz im 1. Quartal 2015 um 13 % zu und erreichte 2,0 Mrd €. MAN Diesel & Turbo erwirtschaftete in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Umsatz von 0,7 Mrd €, Renk von 106 Mio €.

Das Operative Ergebnis der MAN Gruppe lag im 1. Quartal bei 34 Mio € und ging damit verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 34 Mio € zurück. Grund hierfür ist die Situation in Brasilien.

Zwar konnte MAN Truck & Bus das Operative Ergebnis von 11 Mio € auf 28 Mio € steigern, MAN Latin America verzeichnete jedoch im Berichtszeitraum ein negatives Operatives Ergebnis von –12 Mio €. Im Vorjahresquartal hatte es 32 Mio € betragen. Für das Geschäftsfeld Commercial Vehicles sank daher das Operative Ergebnis von 42 Mio € auf 11 Mio €. Das Geschäftsfeld Power Engineering erzielte, nach 47 Mio € im Vergleichsquartal des Vorjahres, einen Wert von 52 Mio €. Diese Steigerung ist im Wesentlichen auf das Geschäft mit Schiffsdieselmotoren zurückzuführen. Das Operative Ergebnis von MAN Diesel & Turbo stieg auf 39 Mio €. Renk erzielte 13 Mio €.

Die Operative Rendite der MAN Gruppe lag in den ersten drei Monaten 2015 bei 1,1 %, das Ergebnis nach Steuern bei –10 Mio €, nach 28 Mio € im Vorjahr.

Der Vorstand der MAN SE behält den Ausblick für das volle Geschäftsjahr 2015 bei und rechnet für die MAN Gruppe mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau und einem stabilen Operativen Ergebnis. Die Operative Rendite wird in etwa auf dem Niveau von 2014 liegen.

Konzernzwischenbericht zum 1. Quartal 2015