MAN SE  |  Investor Relations 

Weiterhin schwieriges Marktumfeld belastet die Profitabilität

Zwischenbericht zum 30.09.2012 – Q3 2012

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

im 3. Quartal 2012 sah sich die MAN Gruppe mit einem weiterhin schwierigen ökonomischen Umfeld konfrontiert. Die Staatsschuldenkrise im Euro-Raum führte zu Unsicherheiten auf den Märkten und dämpft spürbar die Konjunktur. Auch außerhalb Europas nehmen wir teils rückläufige Märkte wahr. Diese Entwicklungen führen zu branchenweit abnehmenden Auftragszahlen, auch bei MAN. Im Nutzfahrzeugbereich kommen weitere Effekte, wie etwa die Einführung des Euro-V-Standards in Brasilien Anfang 2012, hinzu. Aktuell erreichen uns aus Südamerika aber wieder positivere Nachrichten.

Der Auftragseingang der MAN Gruppe sank unter diesen Vorzeichen im 3. Quartal auf 3,5 Mrd € und liegt damit um 14 % unter dem Vorjahreswert. Dies ist auf das Geschäftsfeld Commercial Vehicles zurückzuführen. So war bei MAN Truck & Bus in den Monaten Juli bis September der Auftragseingang um 16 % rückläufig. Bei MAN Latin America nahmen die Bestellungen gegenüber dem Vorquartal wieder zu und eröffnen freundlichere Aussichten für das 4. Quartal. Fördermaßnahmen der brasilianischen Regierung setzten bereits gegen Ende des 3. Quartals positive Anreize. Im Geschäftsfeld Power Engineering führte u. a. die anhaltende Marktschwäche der Schifffahrtsbranche zu einem Rückgang der Bestellungen bei MAN Diesel & Turbo von 9 % in den ersten drei Quartalen 2012. Dank guter Zahlen bei Turbomachinery, die jedoch durch einen Großauftrag beeinflusst sind, legte der Auftragseingang im 3. Quartal wieder um insgesamt 8 % zu.

Verglichen mit dem Vorjahresquartal ergab sich beim Umsatz der MAN Gruppe im 3. Quartal 2012 ein leichter Rückgang von 4 %, er erreichte rund 3,9 Mrd €. Der Umsatz der ersten neun Monate 2012 liegt mit 11,6 Mrd € um 3 % leicht unter Vorjahresniveau. Im 3. Quartal legten die Umsatzzahlen im Geschäftsfeld Power Engineering um 13 % gegenüber dem Vorjahr zu, während das Geschäftsfeld Commercial Vehicles einen Rückgang um 8 % verzeichnen musste.

Die wirtschaftlich angespannte Lage wurde auch im Konzernergebnis spürbar. Die MAN Gruppe erwirtschaftete in den ersten drei Quartalen ein Operatives Ergebnis von 656 Mio € gegenüber 1 083 Mio € im Vorjahr. Dieser deutliche Rückgang ist im Wesentlichen auf das Geschäftsfeld Commercial Vehicles zurückzuführen, dessen Operatives Ergebnis auf 307 Mio € sank. Die Umsatzrendite der MAN Gruppe entsprach 5,7 %; im Vorjahreszeitraum hatte sie bei 9,0 % gelegen. Als stabilisierende Säule erwies sich erneut das Geschäftsfeld Power Engineering. Es steuerte im 3. Quartal 104 Mio € zum Konzernergebnis bei und lag damit 8 Mio € über dem Beitrag des Geschäftsfelds Commercial Vehicles. Hoch erfreulich verlief die Geschäftsentwicklung bei Renk. Hier konnten im 3. Quartal sowohl Auftragseingang (123 Mio €) als auch Umsatz (126 Mio €) und Operatives Ergebnis (23 Mio €) teils deutlich gesteigert werden.

Insgesamt betrachtet ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend, darum werden wir weiterhin intensiv daran arbeiten, die Kosten zu senken. Dies schließt jedoch weitere Investitionen in die für die Zukunft wichtigen Bereiche Forschung und Entwicklung sowie das Vertriebs- und After-Sales-Netzwerk nicht aus. Wie wichtig ein weniger konjunkturanfälliges Service-Geschäft für unser Unternehmen ist, zeigt sich gerade in diesen Tagen. Auch unsere technologische Führungsrolle wollen und werden wir nicht aufgeben. Unseren Kunden und der Öffentlichkeit haben wir im abgelaufenen Quartal auf der internationalen Schiffbaumesse SMM in Hamburg und der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover diese Technologiekompetenz eindrucksvoll präsentiert.

Für das laufende Geschäftsjahr bestätigen wir den Ausblick für die MAN Gruppe und gehen weiterhin von einem leicht rückläufigen Umsatz aus. Aufgrund des zurückgehenden europäischen Nutzfahrzeugmarktes und der nach wie vor gedämpften Nachfrage in Lateinamerika rechnen wir mit einem Umsatzrückgang bei Commercial Vehicles von etwas mehr als 5 %. Für Power Engineering gehen wir weiter von einem Umsatzzuwachs von etwa 5 % aus. Die Umsatzrendite der MAN Gruppe wird in etwa 6 % betragen.

Dr.-Ing. Georg Pachta-Reyhofen

Vorstandssprecher der MAN SE