MAN Truck & Bus

 

#Automatisierung

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Mobilität 4.0: Selbstfahrende Fahrzeuge, Lkw-Kolonnen auf Autobahnen, ohne dass die Fahrer das Lenkrad berühren, ein vollautomatischer Containerumschlag – alles reine Zukunftsmusik? Von wegen! Gerade in der Transportbranche bietet das automatisierte Fahren viel Potenzial hinsichtlich Effizienz und Sicherheit. Und das schon heute, wie MAN in zahlreichen Pilotprojekten unter Beweis stellt. Aber es gilt auch Herausforderungen zu meistern auf dem Weg zum vollautonomen Fahrzeug. Ein Überblick.

FAQ zu Automatisierung

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Welche Vorteile bietet das autonome Fahrzeug und welche Technik kommt überhaupt zum Einsatz? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu einem komplexen Thema.

  • Was ist „automatisiertes Fahren“?

    Das selbständige, zielgerichtete Fahren eines Fahrzeugs im realen Verkehr mit bordeigenen Sensoren, nachgeschalteter Software und im Fahrzeug gespeichertem Kartenmaterial für die Erfassung der Fahrzeugumgebung.

  • Was ist „Vernetzung“ / „Car-to-X“?

    Die Kommunikation zwischen Fahrzeugen untereinander (Car-to-Car) sowie mit der Infrastruktur, etwa mit Ampelanlagen oder Verkehrsleitsystemen (Car-to-Infrastructure).

  • Welchen Vorteil bietet Automatisierung im Straßenverkehr?

    Mehr Verkehrssicherheit: Car-to-X-Kommunikation warnt den Fahrer rechtzeitig vor Gefahren, bei automatisierten Fahrten kann das Fahrzeug zudem selbständig bremsen oder die Spur wechseln. Neben der Sicherheit kann Automatisierung zu mehr Effizienz und Ressourcenschutz beitragen.

  • Welche technischen Entwicklungsstufen gibt es?

    Um die Automatisierungsgrade der einzelnen Systeme zu klassifizieren, wurden auf nationaler und internationaler Ebene sechs Stufen von 0 bis 5 definiert. Die Klassifizierung beschreibt die Aufgaben des Systems sowie die Anforderungen an den Fahrer.

  • Wie ist die Rechtslage?

    Assistiertes und teilautomatisiertes Fahren (Stufen 1 und 2) steht mit dem deutschen Straßenverkehrsrecht sowie mit internationalen Vorgaben im Einklang, die das Beherrschen respektive Führen des Fahrzeugs durch einen Fahrer voraussetzen. Anders ist der Fall beim hochautomatisierten Fahren (Stufe 3), bei dem sich der Fahrer während der Fahrt anderen Dingen als dem Fahren zuwenden kann. Durch Rechtsänderungen auf nationaler und internationaler Ebene in den Jahren 2016 und 2017 wurde der Raum für das automatisierte Fahren jedoch deutlich erweitert. Es wird derzeit diskutiert, ob die Neuregelung nur für die Stufe 3 oder auch bereits für Stufe 4 (vollautomatisiertes Fahren) Rechtssicherheit schafft. Fest steht: Das autonome Fahren (Stufe 5) wird noch nicht erfasst.

    Mehr Informationen zur Rechtslage finden Sie hier.

  • Wie sieht die nationale Strategie beim Thema Automatisierung aus?

    Die Bundesregierung setzt sich für digitale Innovationen, das automatisierte und vernetzte Fahren ein und fördert Forschungsprojekte in diesen Bereichen.

  • Welche Sensoren und Technik kommen zum Einsatz?

    Infrarotkameras: Nachtsichtsysteme mit Personen- und Wildtiererkennung
    Radar: Messung von Abstand und Relativgeschwindigkeit, basierend auf Mikrowellen
    Mono- oder Stereokameras: Unterstützung der Detektion von Hindernissen und Gefahrenquellen
    Ultraschallsensoren: Abstandsmessung für den Nahbereich
    Lidar: Messung von Abstand und Relativgeschwindigkeit, basierend auf ultravioletten oder infraroten Strahlen oder sichtbarem Licht

  • Wie sieht die nationale Strategie beim Thema Automatisierung aus?

    Aktionsplan „Forschung für autonomes Fahren“

    Die Bundesregierung ebnet den Weg für eine moderne, saubere, barrierefreie und bezahlbare Mobilität – und setzt dafür auf digitale Innovationen sowie auf Technologien für das automatisierte und vernetzte Fahren und auf die Anwendung von Methoden der künstlichen Intelligenz. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert daher Forschung und Innovation in diesen Bereichen.

    Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat das BMVI etwa im Juli 2019 den Aktionsplan „Forschung für autonomes Fahren“ beschlossen. Drei Leitlinien haben die Ministerien dafür definiert:

    1. Das autonome Fahren muss sicher sein.
    2. Das autonome Fahren muss effizient, nachhaltig, sauber, barrierefrei, bezahlbar und bestmöglich am Bedarf der Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet sein.
    3. Die Technologieführerschaft des Automobilstandorts Deutschland soll auch beim autonomen Fahren langfristig gesichert sein.

    Mehr Informationen

In welchen Projekten zur Automatisierung engagiert sich MAN?

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MAN Truck & Bus treibt die Automatisierung im Transportwesen Schritt für Schritt durch Erprobungen voran – nicht auf theoretischem Konzeptpapier, sondern im Realbetrieb. Und immer auf Grundlage konkreter Kundenanwendungen, die mit einem echten Mehrwert verbunden sind. Ein Überblick über bereits abgeschlossene und laufende Automatisierungsprojekte made by MAN:

Die Automatisierungsstufen

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Assistiert, teilautomatisiert, hochautomatisiert, vollautomatisiert, autonom: Das sind die fünf Stufen auf dem Weg zum selbstfahrenden Fahrzeug. Und das bedeuten sie.

Stufe 0

Nicht-automatisiertes Fahren

Es gibt keine automatisierten Fahrfunktionen, der Fahrer führt alle Fahrfunktionen, also die Längsführung (Geschwindigkeit halten, Gas geben, bremsen) und die Querführung (lenken), selbst aus. Es gibt nur unterstützende Systeme an Bord, die aber nicht eingreifen.

Stufe 1

Assistiertes Fahren

Das System kann entweder die Längs- oder die Querführung des Fahrzeugs übernehmen, der Fahrer führt dauerhaft die jeweils andere Aktivität aus. Bestimmte Assistenzsysteme helfen lediglich bei der Bedienung des Fahrzeugs.

Stufe 2

Teilautomatisiertes Fahren

Der Fahrer kann die Längs- und die Querführung an das System in einem bestimmten Anwendungsfall übergeben (zum Beispiel Einparken, Spurhalten, Stauassistent), überwacht Fahrzeug und Verkehr während der Fahrt aber fortlaufend und ist jederzeit in der Lage, sofort die Steuerung des Fahrzeugs übernehmen zu können.

Stufe 3

Hochautomatisiertes Fahren

System fordert den Fahrer zur Übernahme der Fahraufgabe auf, sobald es erkennt, dass die Umgebungsbedingungen nicht mehr dem Funktionsumfang des Assistenzsystems entsprechen. Fahrer muss Längs- und Querführung des Fahrzeugs nicht mehr dauerhaft überwachen, muss jedoch weiter in der Lage sein, nach Aufforderung durch das System die Fahraufgabe zu übernehmen.

Stufe 4

Vollautomatisiertes Fahren

Fahrer übergibt die komplette Fahraufgabe an das System in spezifischen Anwendungsfällen, die den Straßentyp, den Geschwindigkeitsbereich und die Umfeldbedingungen beinhalten. Der Fahrer kann auch hier aufgefordert werden, die Führung zu übernehmen, das System kann das Fahrzeug aber aus jeder Ausgangssituation in einen risikominimalen Systemzustand führen, falls der Fahrer nicht eingreift.

Stufe 5

Autonomes Fahren ohne Fahrer

Fahrzeug kann vollumfänglich auf allen Straßentypen, in allen Geschwindigkeitsbereichen und unter allen Umfeldbedingungen die Fahraufgabe vollständig allein durchführen. Ein menschliches Eingreifen ist bis auf das Festlegen von Ziel und dem Systemstart nicht mehr nötig.

MAN Roadmap

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Heute bereit für morgen: MAN treibt die Automatisierung voran – aber nicht um ihrer selbst willen, sondern immer in Projekten, die einen konkreten Kundenbedarf als Ausgangslage haben.

So ist MAN schon heute für die Mobilität der Zukunft gerüstet und wird genau die Dienstleistungen anbieten können, die der Markt fordert, sobald die Technologie die Serienreife erlangt hat. Außerdem kommt der Hersteller durch sein Engagement in innovativen Projekten seiner Verantwortung nach, die Sicherheit seines Gesamtsystems zu gewährleisten.

MAN hat dabei drei große Schritte im Visier:

  • zunächst einfache Hub-Anwendungen in definierten Gebieten wie im Projekt Hamburg TruckPilot (Level 2/3),
  • danach komplexe Hub-Anwendungen in festen Arealen, wie sie aktuell im Projekt ANITA“ angegangen werden (Level 4),
  • sowie schließlich Hub-to-Hub-Anwendungen inklusive Nutzung der Autobahn – zunächst mit Sicherheitsfahrer (Level 4) bis hin zu ersten fahrerlosen Projekten (Level 5) in einigen Jahren.

Erst wenn die Technologie in den ersten beiden Schritten ihre zuverlässige Sicherheit unter Beweis gestellt hat und wenn die behördlichen Genehmigungsverfahren geklärt sind, wird MAN die Hub-to-hub-Anwendung auf der Straße erproben. Und damit auch der letzte Schritt hin zum autonomen Fahren Realität wird, bedarf es noch gesetzlicher Rahmenbedingungen sowie der rechtlichen Klärung, wie die Verantwortung zwischen Hersteller, Fahrzeughalter und Fahrer beim hochautomatisierten Fahren verteilt ist.

Ein Lkw von Man Truck & Bus im Containerterminal