MAN Truck & Bus

Porträt von Florian Brendel. Fahrer bei der Firma Götz

Ein Vollblutfahrer und seine Trucks

15.10.2019

Tausende Kubikmeter Aushub und schwere Baufahrzeuge werden bei der Firma Konrad Götz in Seubersdorf transportiert. Dafür ist unter anderem ein MAN TGX-Sattelschlepper nötig – und ein Vollblutfahrer.

Meister im Transport Neben dem Baugeschäft transportiert Götz als Subunternehmer schweres Gerät durch ganz Deutschland. Der Mann am Steuer heißt dann immer Florian Brendel.

Das Ding ist zu hoch, verflixt. Die Dachhöhe geht über vier Meter – der Radlader muss wieder runter. „Wir sind 30 Zentimeter zu hoch“, sagt Florian Brendel und klappt den Meterstab ein. Der 33-Jährige hebt mit einem Kollegen die Radmuldenabdeckungen vom Tieflader heraus. Steigt ins Führerhaus, geht leicht aufs Gas und zieht mit dem MAN TGX die Teleskopverlängerung aus dem Tieflader. Abdeckungen wieder rein, und Maschinist Stefan Vogl kann nun zentimeterweise das 18-Tonnen-Fahrzeug in die tieferen Mulden rangieren. Passt. 

Auffahrrampen einklappen, die Ladung sichern – los geht's. Unter dem sonoren Sound aus 15,2 Liter Hubraum lenkt Brendel das Gespann vom Betriebshof. 

Beim Transport von Baufahrzeugen müssen Handarbeit und Technik stimmen – eine Spezialität von Erdarbeiten Götz in Seubersdorf (Oberpfalz). Baggerbetrieb, Containerdienst, Abbruch und Brecherbetrieb: Für die Kunden in der Region kommt alles aus einer Hand. Von einem Familienbetrieb, bei dem jeder mit anpackt. 1946 fing es mit einem MAN-Hauber an. Als Konrad Götz 1999 die Firma von seinem Vater Konrad Götz senior übernahm, hatte das Unternehmen drei Mitarbeiter, heute sind es 15. Götz ist seit 2013 ausschließlicher MAN-Kunde. Neben dem TGX 26.640 sind drei TGS 35.500-Dreiseitenkipper und ein 26.480- Lkw im Einsatz. Ein TGS 18.460 2 x 2 BB ist gerade im Aufbau und wird ab März beim Containerdienst eingesetzt.

Neben dem Baugeschäft transportiert Götz als Subunternehmer schweres Gerät durch ganz Deutschland. Hauptakteur dabei: der 640 PS starke MAN TGX mit Tieflader. Der Mann am Steuer heißt dann immer Florian Brendel. Je schwieriger die Aufgabe, desto lieber ist sie ihm. In Aktion erinnert er an Bastian Schweinsteiger: hoch konzentrierter Blick und souveräner Umgang mit kniffligen Situationen.

Im Führerhaus ist es jetzt muckelig warm, Brendel lehnt sich zurück. Die schmale Kreisstraße ist rutschig – doch der Truck läuft mit insgesamt 44 Tonnen wie auf Schienen, selbst durch den Kreisverkehr. Fast zärtlich streicht Brendel über das Armaturenbrett. „Eine tolle Laufruhe“, sagt er. „Für mich ist das einfach ein schönes Auto.“

DER MAN TGX HAT EINE TOLLE LAUFRUHE. FÜR MICH IST DAS EINFACH EIN SCHÖNES AUTO.

Florian Brendel
Fahrer bei Firma Götz

ZWEITES ZUHAUSE 

Auf seinen Touren nach Berlin, Hamburg oder Bremen schläft er in der Koje hinter dem Fahrersitz. Bei der Konfiguration des Fahrzeugs wurde der Einbauschrank in der Kabine gewählt: Dabei ist die bequeme Schlafliege unten statt oben positioniert, im oberen Bereich bringt der Fahrer in 500 Liter Stauvolumen jede Menge Reisegepäck unter. Brendel schätzt das XLX-Führerhaus mit Stehhöhe und Standklimaanlage: „Wenn ich im Sommer früh Feierabend mache, hält man es hier gut aus.“ Ein versenkter Kühlschrank, eine Mikrowelle und eine Kaffeemaschine, alles da: „Mein zweites Zuhause.“ 

Die enge Straße führt ein Gefälle hinab, vielleicht acht Prozent. Brendel betätigt den Retarder – sofort setzt kräftig die Motorbremse ein. „Spart Bremsen, die werden so nicht heiß“, sagt er. Dass Konrad Götz inzwischen komplett auf MAN setzt, hat mit dem Design und der Technik zu tun – doch nicht nur. „Wir haben eine enge Verbindung zum MAN-Verkauf und -Service in Neumarkt. Von Alexander Hefele bekommen wir alles aus einer Hand, Gebraucht-wie Neufahrzeuge. Er hat immer eine ideale Lösung für uns und kümmert sich um alles“, sagt Konrad Götz. Alexander Hefele betreut den MAN-Verkauf im Raum Neumarkt. Auf der Baustelle in Parsberg wird Brendels Zug unterdessen schon erwartet. Auch der Chef ist vor Ort. Der Teamgeist spielt eine große Rolle in dem Betrieb. Götz: „Hier steht jeder für den anderen ein.“ Kapo Helmut Wittl: „So einen Chef wie Koni kannst du lange suchen.“ Götz schaut sich an, was auf der Baustelle passiert ist. Mit dem Felsmeißel haben die Kollegen etliche Meter Dolomit abgetragen. Hartes Zeug, eine eigene mobile Brechmaschine zerkleinerte das Material vor Ort. Mittlerweile ist der Radlader vom Tieflader gerollt. Unter Dröhnen belädt er die TGS-Kipper: Rund 5.000 Tonnen Schotter müssen zügig weg. Sie sollen auf die nächste Baustelle – als Unterbau für ein Fundament.

FAMILIÄRE ATMOSPHÄRE

Götz studiert sein Klemmbrett. „Der Flo fährt mit euch in den Steinbruch nach Unterweikenhof, ihr holt groben Kalkstein.“ Wenn Konrad Götz von seinen Fahrern redet, hört man mit jeder Silbe Respekt. Auch bei Brendel. „Noch nie durfte einer nach so kurzer Zeit den 40-Tonnen-Tieflader fahren“, sagt er. 2012 stieß „der Flo“ dazu. Schon bald sprach Wittl den Chef an. „Hast du den schon mal rückwärtsfahren sehen?“ Es war klar: Brendel ist ein Naturtalent. Den konnte Götz gut brauchen.

Noch eine weitere Komponente schweißt die Männer der Spedition Götz zusammen: das Familiäre. Denn Brendel ist heute Schwiegersohn in spe. Als er mit Götz’ Tochter Marina zusammenkommt, kriegt der Vater das gar nicht mit, sondern erst, als die 23-Jährige ihm und Mutter Claudia eröffnet: „Heute Abend kommt mein neuer Freund – ihr kennt ihn.“ „Das war anfangs mehr als komisch für mich“, sagt Konrad Götz. „In der Früh gab ich ihm Arbeit, und am Abend saß er bei uns zum Essen.“ 

Ab April steigt nun Marina in den Betrieb ein – ein Schritt, der sich im System Familienbetrieb bewährt hat. Auch Tochter Laura, eigentlich Physiotherapeutin, unterstützt die Familie nach Kräften: Die dritte Generation bei Götz ist startklar.

Ein dicker Schlüsselbund an Brendels Hose verrät, dass er sich bereits um die Disposition kümmert und den Fuhrpark betreut. Doch er versteht sich in erster Linie als Fahrer. Er kennt seinen TGX, nutzt die MAN-Technik intensiv. Etwa die Lenkbremse in der Zugmaschine. „Der Wendekreis wird so stark verringert, sehr praktisch in den engen Baugebieten von heute“, erklärt er. Oder das MAN Video-Abbiegesystem beim Stopp an einer belebten Kreuzung in Parsberg. „Siehst du das rote Auto da?“ Fehlanzeige – trotz vier Spiegeln. Auf einem Bildschirm neben dem Lenkrad ist das Auto im toten Winkel jedoch klar zu sehen. Pro Jahr sterben in Deutschland rund 30 Fahrradfahrer bei einem Abbiegeunfall mit einem Lkw – mit MAN Video-Abbiegesystem, das ab Werk bestellbar ist, wird das Risiko minimiert. Chef Götz lobt weitere Sicherheitssysteme der MAN-Fahrzeuge: Neben dem Kamera-Monitor-System seien Abstandsregeltempomat, Spurwarnassistent und Notbremsassistent wertvolle Zusatzelemente, die eine problemlose und unkomplizierte Fahrt ermöglichten. 

Als Brendel in den Steinbruch fährt, erscheint die Kombination aus rutschigem Schotter und einer Steigung problematisch. Er steigt aus, sichtet die Lage. „Kriege ich hin“, sagt er. Fährt an und schaltet die Differenzialsperre ein. Brummend ackert sich das Fahrzeug mit seinen 640 PS hoch, die Zugmaschine rutscht keinen Millimeter. Beim Runterfahren betätigt er das GeländeABS: So bildet sich in dem schwierigen Terrain ein Keil unter den Rädern, mühelos bewältigt er das Gefälle.

An der Abbaustelle ist der Job schnell erledigt. Steinbruchbesitzer Georg Bärnreuther hatte freundlicherweise zusätzlich einen CAT-Radlader zur Unterstützung geschickt: ein wahres Monster, das beim Aufladen hilft. Nach wenigen Schaufeln liegen je 20 Tonnen grobes Jurakalkgestein auf den Lkw. So können die MAN-Fahrzeuge bald mit dem Material beladen Richtung Baustelle rollen. Job erledigt – dank perfekter Technik und verlässlicher Manpower.

 

Spezialist in der Bauindustrie 

Der Transport von Baufahrzeugen ist eine Spezialität von Erdarbeiten Götz in Seu­bersdorf (Oberpfalz). Weitere Arbeitsfelder des Unternehmens sind der Baggerbetrieb, Con­tainerdienst, Abbruch und Brecherbetrieb. Der Familienbetrieb starte im Jahr 1946 mit einem MAN-Hauber. Als Konrad Götz 1999 die Firma von seinem Vater Konrad Götz senior übernahm, hatte das Unterneh­men drei Mitarbeiter, heute sind es 15. Götz ist seit 2013 ausschließlicher MAN-Kunde. Zum Fuhrpark gehören unter anderem ein MAN TGX 26.640 und drei MAN TGS 35.500-Dreiseitenkipper.

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TONNEN

kann der TGX tragen und läuft dabei trotzdem wie auf Schienen, selbst durch den Kreisverkehr.


 

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PS

hat der MAN TGX mit Tieflader zu bieten sowie eine maximale Bremsleistung im oberen Drehzahlbereich.


 

Text Klaus Mergel
Fotos Marc and David

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