MAN Truck & Bus

So funktioniert die Lenkbremse

15.10.2019

Sie lenkt mehr, als sie bremst: Im Stile von Kettenfahrzeugen hievt die Lenkbremse einen Baulaster selbst um engste Kurven. Die Bedienung der Manövrierhilfe ist dabei denkbar unkompliziert: Ein Tastendruck genügt.

Illustrationen zur Lenkbremse

Wendig im Gelände Ein Symbol im Display bestätigt die Aktivierung der Lenkbremse. Diese sollte jedoch nur bei geringem Tempo eingesetzt werden. Die Technologie kommt beim TGS und TGX mit der Radformel 6 x 4 zum Einsatz.

Einsatzbereich & Geschwindigkeit

Die Lenkbremse wird ausschließlich bei Baufahrzeugen mit hinterem Doppelachsaggregat verwendet, die viel auf schlechten, losen oder rutschigen Untergründen wie Geröll oder Matsch unterwegs sind. Damit erhöht sich merklich die Wendigkeit der Lkw im Gelände. Auf asphaltierten Straßen bringt diese Technik nichts.

Das System kann nicht bei jedem Tempo aktiviert werden. Nur bei Fahrgeschwindigkeiten bis maximal 30 Stundenkilometern kann der Fahrer die Lenkbremse einsetzen. Dafür muss er den speziellen Bedientaster am Armaturenbrett betätigen, was er nur auf losem Untergrund tun sollte. Ein Symbol im Display bestätigt die Aktivierung.

Um rund zwei Meter verringert sich der Wendekreis (symbolisiert durch den kräftigen roten Pfell), wenn diese Spezialbremse eingesetzt wird, abhängig vom Fahrzeug.

Nutzen & Wirkungsweise

Baustellen sind meist eng und unwegsam: Hier steht ein Kran, dort ein Container und gegenüber ein Stapel Steine. Kaum Platz für schwere Lkw zum Manövrieren. Hier spielt die Lenkbremse ihr Können aus: Mit ihrem verringerten Wendekreis können Baulaster selbst engste Kurven oft im ersten Anlauf nehmen.

1.666 Mal wurde die Lenkbremse im Jahr 2018 in MAN-Lkw verbaut. Sie kommt in den Fahrzeugen TGS und TGX mit Radformel 6 x 4 optional zum Einsatz und ist exklusiv bei MAN erhältlich.

Aus gutem Grund wird die Lenkbremse auch Bulldozerbremse genannt, weil sie auf dem Prinzip des Kurvenfahrens von Kettenfahrzeugen basiert: Bei aktivierter Funktion werden die kurveninneren Hinterräder gezielt eingebremst. Dadurch verringert sich der Kurvenradius deutlich. Bei Kettenfahrzeugen wird eine Fahrzeugseite abgebremst, während die Kette der anderen Seite weiterläuft und das Fahrzeug so um die Kurve hievt.